Der Stadtteil Minato Ward in Tokio.
Bild: Wikimedia Commons / DXR Millionen Leute leben im Stadtteil Minato Ward in Tokio auf engem Raum. Die Entwicklung solcher Grossstädte können Algorithmen voraussagen.
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Städte mit Dutzenden von Wolkenkratzern aus Beton und Stahl haben auf den ersten Blick kaum etwas mit der Natur gemeinsam. Doch ihr Wachstum gleicht demjenigen von biologischen Systemen. Darum lassen sich die Evolutionstheorie und deren genetische Regeln auch auf die Entwicklung von Städten anwenden. Dies haben sich nun spanische Computerwissenschaftler der Universität A Coruña zunutze gemacht. Sie haben ein Computerprogramm geschrieben, das voraussagt, wie Grossstädte wachsen werden. Ihr Algorithmus verwendet dazu historische Informationen über den Bau von Wolkenkratzern und zusätzlich Wirtschaftsdaten wie das Bruttosozialprodukt. Damit lernt das Programm die Muster einer Stadtentwicklung.

Die Forschenden haben ihren Algorithmus am Beispiel der japanischen Hauptstadt Tokio im Stadtteil Minato Ward getestet, denn dort wird zurzeit enorm viel gebaut. Vor drei Jahren simulierten die Wissenschaftler den Standort und die Höhe künftiger Hochhäuser in diesem Wolkenkratzerviertel. Nun zeigte sich: Ihr Programm konnte den Ort und die Anzahl neuer Gebäude exakt voraussagen. Ungenauigkeiten gab es allerdings bei der simulierten Höhe. Hier lag das Programm bis zu 20 Prozent daneben.

Die Wissenschaftler hoffen, dass Stadtplaner und Politiker dank dem Algorithmus künftig besser abschätzen können, wie schnell unterschiedliche Quartiere wachsen – wo also mehr Strassen und
Schulen gefragt sind.

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