Science News
Hunderttausende von Forscherinnen und Forschern arbeiten rund um den Globus an ihren Projekten. Wir stellen dir hier stets die spannendsten Neuigkeiten aus der Welt der Wissenschaft vor.

Dienstag, 20. Februar 2018
Buntere Farben dank Bakterien

Neuartige Farben, so schillernd wie Schmetterlingsflügel – dies könnte die Entschlüsselung des genetischen Codes farbiger Bakterien ermöglichen.

Die schönsten Farben in der Natur entstehen nicht durch farbige Pigmente. Sondern durch mikroskopisch fein strukturierte Oberflächen, die das Licht so zurückwerfen, dass wir schillernde Farben wahrnehmen. Solchen Strukturen verdanken etwa Schmetterlinge ihre leuchtenden Flügel. Nun haben Wissenschaftler der Universität Cambridge den genetischen Code geknackt, der für solche Farben verantwortlich ist.

Die Forscher manipulierten die Gene von Bakterien, die natürlicherweise farbenfrohe Kolonien bilden. Durch ihre Eingriffe konnten die Wissenschaftler beispielsweise die Farbe der Bakterien von grün zu rot ändern oder die Farben komplett verschwinden lassen. So fanden sie heraus, welche Gene die Farbveränderungen auslösten.

Diese Entdeckung könnte dereinst zu neuen, leuchtenden Farben für Wände, Stoffe und andere Alltagsgegenstände führen. Da die Farben in Bakterienkulturen wachsen, wären sie sogar biologisch abbaubar.

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Montag, 19. Februar 2018
Ein Roboter rennt mit dem Kopf gegen die Wand

Ungebremst gegen Hindernisse prallen, anstatt aufwendig die Umgebung zu vermessen – so bewegt sich ein neuer Roboter. Dieses Verhalten ist von Kakerlaken inspiriert.

Kakerlaken gehören zu den wendigsten Tieren überhaupt. Doch anstatt auf geschickte Bewegungen oder schnelle Reflexe vertrauen die ungeliebten Insekten auf die Stabilität ihres Körpers, wenn sie rennend auf ein Hindernis treffen. Sie sausen einfach ungebremst hinein und können das Hindernis dann dennoch blitzschnell hochklettern. Das haben amerikanische Robotiker der Universität Harvard beobachtet. Sie wollten verstehen, warum Kakerlaken so wendig sind, weil sie mit diesem Wissen auch Roboter agiler machen möchten.

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[media-credit name="Jayaram et al" align="aligncenter" width="600"][/media-credit] Schnellste Methode, um Wände zu erklimmen: Ohne zu denken in die Mauer rennen.[/caption]

Um die Tiere zu studieren, liessen die Forscher 18 verschiedene Exemplare in einem Glaskasten immer wieder auf eine Wand zu rennen. Dabei filmte eine Hochgeschwindigkeitskamera den Übergang vom Rennen zum Klettern. Manchmal verringerten die Tiere das Tempo und reckten erst den Kopf nach oben. Doch in 80 Prozent der Fälle bremsten die Insekten nicht ab und stiessen voll mit dem Kopf gegen die Wand, bevor sie hochkrabbelten. Diese Methode war nicht langsamer als die vorsichtige und die Kakerlaken schienen sie zu bevorzugen. Offenbar zählen die Insekten auf ihren stabilen Körper und können so den Schwung des Rennens fürs Hochkrabbeln ausnützen, folgerten die Forscher.

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[media-credit name="Jayaram et al" align="aligncenter" width="476"][/media-credit] Wie Kakerlaken rennt dieser Roboter direkt in die Wand.[/caption]

Inspiriert von den Kakerlaken bauten sie einen stabilen Roboter, so gross wie eine Handfläche. Dieser verfügte über keine Sensoren. Dennoch konnte er die Bewegung der Insekten nachahmen und Wände teilweise hochklettern.  Künftig, glauben Forscher, könnten sich Roboter auch ohne teure Sensoren in unwegsamen Umgebungen bewegen – ganz einfach in dem sie ab und zu in Hindernisse hineinlaufen.

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Freitag, 16. Februar 2018
Smartphone sagt nein zu Kinderhänden

Damit Kinder mit dem Smartphone keinen Unfug anstellen, wünschen sich viele Eltern mehr Kontrolle. Dabei könnte künftig das Handy mithelfen – indem automatisch es das Alter seines Nutzers erkennt.

Immer wieder tätigen Kinder mit dem Smartphone der Eltern Einkäufe, weil die Geräte nicht ausreichend geschützt sind. Das kann ins Geld gehen: Letztes Jahr gab ein elfjähriger Schweizer Bub so innert weniger Tage 5000 Franken aus. Solche Probleme sollen nun bald der Vergangenheit angehören, zumindest wenn es nach chinesischen Computerwissenschaftlern geht. Sie haben eine Methode entwickelt, die allein anhand der Wischbewegungen erkennt, ob ein Kind oder ein Erwachsener das Smartphone bedient.

Die Forscher machten sich zunutze, dass sich die Bedienung eines Smartphones je nach Alter unterscheidet. Da Kinder kleinere Hände haben, berühren sie einen kleineren Teil des Bildschirms und machen kürzere Bewegungen als Erwachsene. Ausserdem wechseln sie langsamer zwischen Wischen und Tippen. Diese Informationen fütterten die Wissenschaftler einem Algorithmus, der daraufhin lernte, das Alter des Smartphones-Nutzers zu bestimmen: Ein einziger Wisch genügt dem Programm, um mit einer Genauigkeit von 84 Prozent Kinder zu erkennen. Nach acht Wischbewegungen macht das Programm kaum noch Fehler: In 97 Prozent der Fälle liegt es richtig. Mit ihrer Entwicklung wollen die Forscher erreichen, dass Smartphones künftig gewisse Funktionen automatisch sperren, sobald ein Kind das Gerät in die Hand nimmt.

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Donnerstag, 15. Februar 2018
Neue Sprache in Malaysia: Wörter für «stehlen» fehlen

Keine Bezeichnungen für «kaufen» oder «verkaufen», dafür umso mehr Begriffe für «tauschen»: Eine bisher unbekannte Sprache widerspiegelt eine sehr gleichberechtigte Lebensart.

Auf der malaiischen Halbinsel in Südostasien haben Linguisten eine bislang unbekannte Sprache entdeckt. Jedek – so der Name der Sprache – wird nur von etwa 280 Personen eines eingeborenen Volkes namens Orang Asli gesprochen. Das Volk war zwar schon früher von Wissenschaftlern besucht worden, doch diesen fiel die Sprache nicht auf. Erst jetzt bemerkten zwei schwedische Forscher, dass die Menschen eine zuvor nicht dokumentierte Sprache sprechen.

Die Menschen der Orang Asli leben als Jäger und Sammler und bilden eine friedfertige und gleichberechtigte Gemeinschaft. Das zeigt sich auch in ihrer Sprache: Wörter, die Besitz anzeigen, wie etwa «kaufen», «ausleihen» oder auch «stehlen» fehlen. Dafür sind Begriffe für Austausch und Zusammenarbeit im Überfluss vorhanden. Beispielsweise gibt es zig verschiedene Nuancen von «teilen» oder «tauschen». Wie lange die Sprache noch existieren wird, ist ungewiss, da Jedek nur von so wenigen Menschen gesprochen wird.

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Mittwoch, 14. Februar 2018
Wenn Bärin Evi kackt, beginnt der Frühling

Konkurrenz für die Muotathaler Wetterschmöcker: Ein sicheres Anzeichen für das Ende des Winters ist Evis erstes Geschäft nach ihrer Winterruhe. Auf dieses Bärenhäufchen kann man sogar wetten.

Zurzeit ist die Landschaft vielerorts mit Schnee bedeckt. Da dadurch das Futterangebot für Wildtiere knapp wird, passen sie sich mit verschiedenen Tricks an die kalte Jahreszeit an. So auch Bärin Evi aus dem Tierpark Goldau. Gemeinsam mit ihren Artgenossen sowie auch Dachsen und Eichhörnchen hält sie eine Winterruhe. Diese unterscheidet sich vom Winterschlaf, indem die Körpertemperatur und andere Körperfunktionen weniger stark reduziert werden. Auch ist die Winterruhe abhängig vom Wetter – ist der Winter mild, kommen die Tiere meist gar nicht zur Ruhe.

Bei Bären ist es aber noch spezieller: Sie sind die einzigen Tiere, die die ganze Winterruhe ohne Fressen, Trinken, Koten und Urinieren überstehen können. Dabei hilft ihnen ein spezieller Stoffwechselmechanismus, der die Abfallstoffe des Körpers recycelt. Somit ist der erste «Bäreschiss» ein handfestes Zeichen dafür, dass der Winter vorbei ist.

Dieses Bärenhäufchen nimmt der Tierpark Goldau bereits zum dritten Mal als Anlass für eine besondere Aktion: Auf der Webseite «baereschiss.ch» kann man darauf wetten, an welchem Tag Evi ihr erstes Geschäft verrichten wird. Ebenso kann man einen Tipp darauf abgeben, wie viel der Haufen wiegen wird. Als Preise winken unter anderem Führungen bei den Bären im Tierpark. Und für den besten Tipp gibt es für jedes Gramm Bärenhäufchen einen Monat gratis Eintritt.

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Dienstag, 13. Februar 2018
Meeresspiegel steigt schneller als gedacht

Neue Messungen zeigen: Bis ins Jahr 2100 könnte der Meeresspiegel um mehr als das Doppelte bisheriger Schätzungen ansteigen – 65 anstatt 30 Zentimeter.

Wegen der Klimaerwärmung steigt der Meeresspiegel an, und zwar immer schneller. Das zeigen jetzt Satellitenmessungen und darauf basierende Prognosen. Der Pegel werde doppelt so stark ansteigen, wie bislang gedacht, sagen Klimatologen der amerikanischen Universität Colorado. Im Jahr 2100 erwarten die Wissenschaftler einen 65 Zentimeter höheren Meeresspiegel als im Jahr 2005. Bisherige Schätzungen gingen von einem 30-Zentimeter-Anstieg aus. Allein im Jahr 2100 könnte der Anstieg ganze 10 Millimeter betragen. Das ist mehr als drei Mal mehr als die gegenwärtige Anstiegsrate von drei Millimetern jährlich.

Für die Studie werteten die Forscher Satellitendaten von 1993 bis heute aus. So konnten sie den jährlichen Anstieg und die Beschleunigung des Anstiegs messen. Für ihre Prognose gingen sie davon aus, dass sich die Beschleunigung künftig in gleichem Mass fortsetzen wird. Dies sei eine vorsichtige Schätzung, sagen die Forscher. Der Anstieg könnte also sogar noch höher ausfallen, als nun prognostiziert.

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Montag, 12. Februar 2018
Wie Fische laufen lernten

Ein über den Meeresboden krabbelnder Fisch lässt vermuten, dass der Bauplan fürs spätere Gehen von Landbewohnern viele Millionen Jahre früher entstand, als bisher gedacht.

Vor etwa 400 Millionen Jahren verliessen die ersten Vierbeiner das Meer und begannen, das Land zu besiedeln. Dazu mussten sie kriechen können. Für richtiges Gehen ist aber ein Nervennetzwerk nötig, das die Laufbewegungen koordiniert. Dieses hätten die Urvierbeiner erst erlangt, nachdem sie an Land gingen, dachten Forscher bisher. Doch nun zeigt eine Entdeckung amerikanischer Evolutionsbiologen: Schon 20 Millionen Jahre vor dem ersten Landgang gab es Fische, die sich unter Wasser krabbelnd fortbewegten.

Die Forscher untersuchten das Nervennetzwerk von Igelrochen. Das sind urtümliche Fische, die vor der amerikanischen Ostküste leben. Wie für Rochen typisch, können sie sich schwebend im Wasser fortbewegen. Daneben haben sie aber noch eine Spezialität auf Lager: Sie benutzen zwei kurze Stachelflossen, die sie wie Beine bewegen, um über den Meeresgrund zu laufen. Die Nervenimpulse, die sie dafür losfeuern, sind ähnlich wie bei uns Menschen. Und diese Impulse müssen sich schon vor 420 Millionen Jahren entwickelt haben, denn soweit konnten Forscher den Stammbaum der Rochen zurückverfolgen. Daraus schliessen sie, dass sich koordiniertes Gehen entwickelt hat, lange bevor Tiere das Land eroberten.

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Freitag, 9. Februar 2018
Froschpapas schützen Nachwuchs vor Kannibalismus

Indische Buschfrösche legen ihre Eier nicht nur an einem ungewöhnlichen Ort ab, auch die Brutpflege ist bemerkenswert: Das Männchen beschützt das Gelege vor Feinden.

Erst dachten Biologen, der winzige Buschfrosch sei ausgestorben, bis sie ihn 2011 wieder fanden. Seither stossen die Forscher auf immer mehr ungewöhnliche Details in der Lebensweise dieser Amphibien. Ihre Eier legen sie in dünnen Bambusrohren ab und – anders als bei den allermeisten Froscharten – schlüpfen daraus keine Kaulquappen, sondern direkt kleine Frösche. Bis es soweit ist, beschützen die Froschmännchen ihren Nachwuchs, wie Biologen der National University of Singapore jetzt entdeckt haben.

Die Wissenschaftler haben zwei Jahre lang zahlreiche Eigelege beobachtet und gesehen: Die Froscheier sind eine begehrte Nahrungsquelle – vor allem für andere Froschmännchen derselben Art. Deshalb hüten viele Froschpapas ihren Nachwuchs fast ununterbrochen und verlassen ihr Bambusröhrchen nur abends kurz, um in der Nähe Fressen zu suchen. So geht das bis zu 50 Tage lang, bis die kleinen Frösche geschlüpft sind.

In Gelegen ohne väterlichen Schutz fielen über 70 Prozent der Eier den kannibalischen Artgenossen zum Opfer.

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Dienstag, 6. Februar 2018
Wie Zebrafische ihr Herz heilen

Dass Zebrafische ihr Herz reparieren können, weiss man bereits. Nun haben Berner Forschende genauer untersucht, wie die Zierfische das anstellen.

Das eigene Herz heilen – diese erstaunliche Fähigkeit der Zebrafische wäre auch für uns Menschen wünschenswert, etwa für die Genesung nach einem Herzinfarkt. Nun hat ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universitäten Bern und Zürich im Laborversuchen genauer untersucht, wie der Reparaturmechanismus funktioniert.

Dabei haben die Forscher herausgefunden, dass die Herzmuskelzellen der Fische äusserst flexibel sind: Neu entstehende Zellen können sich nämlich so verändern, dass sie die Aufgaben von geschädigten Zellen in verschiedenen Regionen des Herzens übernehmen können. So bauen sie den Herzmuskel wieder auf. Ein besseres Verständnis dieses Vorgangs soll dabei helfen, eines Tages auch beim menschlichen Herzen einen Reparatur-Mechanismus zu erwirken.

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Montag, 5. Februar 2018
Populäre Wissenschaft: Mehr Nerds als Desinteressierte

Was Schweizerinnen und Schweizer von Wissenschaft halten, zeigt eine Analyse der Daten des «Wissenschaftsbarometers Schweiz».

In der Schweiz gibt es deutlich mehr Wissenschafts-Nerds als Leute, die sich überhaupt nicht für wissenschaftliche Themen interessieren. Das hat eine Studie der Unis Freiburg und Zürich ergeben. Dazu haben Kommunikationswissenschaftler die Daten des "Wissenschaftsbarometers Schweiz" aus dem Jahr 2016 genauer analysiert. Dieses basiert auf einer repräsentativen Telefon-Befragung von 1000 Schweizerinnen und Schweizern. Je nach ihrer Einstellung zur Wissenschaft lassen sich die Menschen, so die Studie, grob in vier Gruppen unterteilen:

28 Prozent sind Wissenschafts-Fans. In ihrem Leben spielt Wissenschaft eine wichtige Rolle und sie sind davon überzeugt, dass sie viele Probleme lösen wird. Die Wissenschaft-Fans sind mehrheitlich männlich und gut ausgebildet.

Zu der Gruppe der «Kritisch Interessierten» gehören 17 Prozent der Menschen. Sie unterstützen Wissenschaft, finden allerdings, dass man ihr ethische und moralische Grenzen setzen muss.

Der grösste Teil der Menschen, knapp 42 Prozent, sind «Passive Unterstützer»: Sie finden die Wissenschaft grundsätzlich nützlich, mögen sich aber nicht näher damit auseinandersetzen. In dieser Gruppe stellen Frauen in der Mehrzahl.

Richtig desinteressiert sind nur 13 Prozent der befragten Menschen. Sie haben tendenziell wenig Vertrauen in die Wissenschaft. Im Gegensatz zu den anderen Gruppen kommen sie auch durch die Medien kaum mit Wissenschaft in Berührung. Einzig das Radio- und TV-Angebot des SRF erreicht diese Gruppe genau so oft, wie alle anderen.

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Donnerstag, 1. Februar 2018
Künstliche Intelligenz knackt uralten Code

Zweihundertvierzig Seiten Geheimschrift – am mysteriösen Voynich-Manuskript aus dem 15. Jahrhundert scheiterte bis jetzt jeder Codeknacker. Dank künstlicher Intelligenz fanden Forscher nun einen entscheidenden Hinweis.

Skurrile Abbildungen mechanischer Apparaturen, der Fantasie entsprungene Pflanzen, und jede Menge unbekannter Schriftzeichen: Bis heute weiss niemand, was es mit dem rätselhaften Voynich-Manuskript aus dem 15. Jahrhundert auf sich hat. Viele Experten denken, das 240 Seiten starke Dokument sei wohl einfach der Streich eines mittelalterlichen Scherzkekses.

Nun gelang Forschern der Universität Alberta in Kanada ein Durchbruch - mit der Hilfe künstlicher Intelligenz. Dieser fütterten die Wissenschaftler einerseits das Manuskript, andererseits die Erklärung der Menschenrechte in 380 unterschiedlichen Sprachen. Indem der Computer die Eigenheiten all dieser Sprachen mit dem rätselhaften Text verglich, fand er heraus: Mit grösster Wahrscheinlichkeit handelt es sich um hebräische Worte. Allerdings scheinen die Buchstaben der Wörter wild durcheinander gewürfelt zu sein. Als die Forscher die ersten Absätze aus dem Manuskript zu dechiffrieren versuchten, ergaben sich denn auch wirklich echte hebräische Worte. Doch diese fügten sich nicht zu sinnvollen Sätzen zusammen - zur grossen Enttäuschung der Forscher. So behält das Voynich-Manuskript sein Geheimnis also doch noch eine Weile für sich.

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Dienstag, 30. Januar 2018
Nicht nur Science Fiction: Der Traktorstrahl wird langsam Realität

Was man vom Raumschiff Enterprise kennt, ist Forschern im Labor gelungen: Sie halten Objekte kontaktlos in der Schwebe.

Im Star-Trek-Universum kann ein Traktorstrahl ganze Raumschiffe ins Schlepptau nehmen. Ganz so weit ist die Realität noch nicht – doch auch reale Forscher haben bereits eine Möglichkeit gefunden, Objekte zum Schweben zu bringen. Dabei erzeugen spezielle Lautsprecher spiralförmige Schallwellen, die Objekte in der Luft halten können. Allerdings erst sehr kleine: Kaum zwei Millimeter gross waren die Styroporkörnchen, mit welchen die Methode bislang funktioniert hat. Grössere Objekte erhielten bei den Laborversuchen einen Drall und wurden aus dem «Traktorstrahl» katapultiert.

Dieses Problem haben nun Ingenieure der Universität von Bristol gelöst. Sie kehren dazu die Drehrichtung der Schallwellen im Millisekunden-Takt um. So entsteht ein grösserer Schall-Wirbel, der auch Kügelchen mit einem Durchmesser von 1,6 Zentimetern in der Schwebe halten kann.

Von einem echten Traktorstrahl ist diese Technologie zwar weit entfernt, doch sie ist mehr als eine blosse Spielerei. So halten die Forscher es für möglich, dass sich in Zukunft auf diese Weise Medikamente von aussen an eine spezifische Stelle im Körper steuern lassen.

Science-Fiction-Fans dürfen sich dennoch keine Hoffnungen machen, denn im All funktioniert der Schall-Traktorstrahl nicht: Im Vakuum gibt es nämlich keine Schallwellen.

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Freitag, 26. Januar 2018
Papier aus Rüebli

Frische Karotten trifft man normalerweise nicht in Forschungslabors an. Anders bei Biotechnologen down under: Sie gewinnen aus dem orangen Gemüse Nanofasern, aus denen sich Papier herstellen lässt.

Weltweit produzieren Bauern jedes Jahr etwa 37 Millionen Tonnen Karotten. Wird daraus Rüeblisaft gepresst, bleiben 30 bis 50 Prozent des Gewichts ungenutzt – und landen meist im Abfall. Dabei könnten daraus wertvolle Fasern gewonnen werden, wie eine Studie australischer Forscher zeigt. An der Monash University verarbeiteten die Biotechnologen das Rüebli-Mark zu winzigen Fasern – dünner als ein menschliches Haar. Aus diesen Nanofasern stellten sie dann eine Art Papier her. Anders als bei der herkömmlichen Fertigung von Papier aus Holz benötigten die Aussies dazu jedoch weder Bleichmittel noch aufwändige chemische Prozesse. Deshalb ist das neuartige Papier viermal energieeffizienter als bei traditionellen Fertigung. Welche Farbe das Rüebli-Papier aus dem Labor hat, lassen die Forscher in ihrer Studie offen.

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Donnerstag, 25. Januar 2018
Akademien der Wissenschaften gegen «No Billag»

Eine Annahme der «No-Billag-Initiative» hätte negative Konsequenzen für die Forschung, sagen die Akademien der Wissenschaften Schweiz.

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz sind gegen die «No-Billag-Initiative». In ihrer Stellungnahme zeigen sie auf, welche Konsequenzen eine Annahme der Initiative für die Schweizer Forschung hätte. So würde die Themenvielfalt leiden, weil sich Radio und Fernsehen ohne Service-Public-Auftrag zukünftig eher an den Interessen der Werbewirtschaft und am kurzfristigen Publikumsinteresse orientieren. Zudem sei mit einer Verkürzung und Vereinfachung wissenschaftlicher Themen zu rechnen. Weiter könnte eine Annahme der Initiative den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft gefährden.

Hinter der Stellungnahme stehen alle wissenschaftlichen Akademien der Schweiz: Die Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT), die Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW), die Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) und die Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) sowie Science et Cité und weitere wissenschaftliche Netzwerke.

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Dienstag, 23. Januar 2018
Saftige neue Birnensorte

Eine neue Birnensorte soll saftig sein, aber dennoch nicht tropfen.

«Fred» – so heisst die neue Birnensorte, die die landwirtschaftliche Forschungsanstalt Agroscope heute Dienstag vorgestellt hat. Mit der Züchtung begannen die Birnenforscher im Jahr 2000, als sie die zwei Sorten «Harrow Sweet» und «Verdi» kreuzten. Die neue Sorte sei sehr saftig, dennoch tropfe sie nicht, meldet Agroscope. Ausserdem sei die Frucht ähnlich lange haltbar wie ein Apfel. Deshalb sehen die Züchter für ihre neue Birne ein grosses Marktpotenzial.

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Montag, 22. Januar 2018
Kann eine Software Verbrecher besser beurteilen, als Menschen das können?

In den USA beurteilt ein Computerprogramm, ob Straftäter rückfällig werden oder nicht. Nun haben Forscher untersucht, wie gut es seine Arbeit macht.

Wenn es um Straftäter geht, wünscht sich die Gesellschaft möglichst wenig Risiko. In den USA helfen deshalb Computerprogramme schon seit dem Jahr 2000, das Rückfallrisiko einzelner Verbrecher möglichst objektiv einzuschätzen. Doch nun zeigt eine Untersuchung amerikanischer Informatiker: Die Software ist gar nicht besser als Menschen. Nicht mal als solche, die keine spezielle Ausbildung haben. Die Forscher liessen zufällig ausgewählte Menschen für insgesamt 1000 Straftäter voraussagen, ob diese innerhalb von zwei Jahren rückfällig werden würden.

Dazu standen den Probanden einige wenige Informationen über die Verbrecher zur Verfügung, darunter auch der Strafregisterauszug. Das Computerprogramm dagegen verfügte über viel mehr Informationen für die Einschätzung: 137 Merkmale jedes Verbrechers. Resultat: Sowohl die menschliche Schwarmintelligenz wie auch der Algorithmus lagen in 67 Prozent der Fälle richtig. Auch wenn sie nicht öfter richtig liegen als Menschen, wenigstens ein Vorteil bleibt den Maschinen: Sie sind in ihren Urteilen deutlich schneller.

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Freitag, 19. Januar 2018
Künstliche Intelligenz entdeckt Wirkstoff gegen Malaria

Ein Zahnpasta-Inhaltsstoff könnte die Basis für ein neues Malaria-Medikament sein. Das entdeckte nicht ein Mensch, sondern ein Laborroboter.

Jedes Jahr sterben rund eine halbe Million Menschen an Malaria. Und die Bekämpfung der Krankheit wird schwieriger, denn die Erreger werden zunehmend resistent gegen bisher eingesetzte Medikamente. Nun haben Wissenschaftler der Universität Cambridge an unerwarteter Stelle eine vielversprechende Substanz gefunden: Ein Stoff, der in vielen Zahnpasten und Reinigungsmitteln enthalten ist, um Bakterien abzutöten. Das sogenannte Triclosan könnte offenbar auch bei Malaria helfen. Dies entdeckten die Forscher dank einem Laborroboter namens Eve, der über eine künstliche Intelligenz verfügt.

Zwar war aus Laborversuchen schon bekannt, dass Triclosan Malariaparasiten während des Ausbreitungsstadiums im Blut hemmt. Doch erst Eve fand heraus, dass Triclosan seine Wirkung gegen die Erreger auch anders entfalten kann – nämlich in einem früheren Entwicklungsstadium, in welchem sie sich zu Beginn einer Malariainfektion in der Leber vermehren. Die Substanz kann den Erreger also in mehreren Entwicklungsstadien angreifen. Dies sollte es den Parasiten erschweren, Resistenzen gegen Triclosan zu entwickeln, sagen die Forscher. Die Entdeckung sei der erste Schritt zur Entwicklung eines neuen Malariamedikaments.

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Freitag, 19. Januar 2018
Mehr Fälle von Kindsmisshandlung

Im Kinderspital Zürich wurden letztes Jahr 12 Prozent mehr Kindsmisshandlungen gemeldet als noch 2016.

Insgesamt 551 misshandelte Kinder betreute die Kinderschutzgruppe des Kinderspitals Zürich im Jahr 2017. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg von 12 Prozent. Um mehr Kinder musste sich die Gruppe noch nie innerhalb eines Jahres kümmern, seit sie 1963 ihre Arbeit aufgenommen hat. Geändert hat sich auch die Art der Misshandlungen. So nahm der Anteil der körperlichen Misshandlungen etwas ab. Dagegen wurden mehr Kinder Opfer von psychischer Gewalt. Ein Drittel der 551 Kinder wurde sexuell missbraucht. Dabei waren Mädchen häufiger Opfer von Gewalt gegen die sexuelle Integrität, Knaben hingegen wurden werden häufiger körperlich misshandelt.

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Donnerstag, 18. Januar 2018
Einsame Murmeli leben länger

Gesellschaft scheint den Gelbbauch-Murmeltieren nicht gut zu bekommen: Sozial aktive Tiere sterben ganze zwei Jahre früher als ihre einzelgängerischen Artgenossen.

Momentan schlummern die Gelbbauch-Murmeltiere tief in ihren Erdhöhlen in den amerikanischen Rocky Mountains. Einige von ihnen werden wohl nie wieder aufwachen – vor allem solche, die nicht alleine schlafen. Denn Murmeltiere, die in Gruppen leben, haben eine um zwei Jahre verkürzte Lebenserwartung. Das entdeckten Biologen der University of California in Los Angeles, die 13 Jahre lang elf Murmeltierkolonien beobachtet haben. Die Forscher stellen über die Gründe für das frühere Sterben verschiedene Vermutungen an.

So könnten sich die eng zusammenlebenden Murmeltiere während dem Winterschlaf gegenseitig wecken und dann verhungern. Oder sie könnten sich durch die Nähe leichter mit Krankheiten anstecken. Möglich sei auch, dass die Murmeltiere während dem gemeinsamen Spielen und der Fellpflege unaufmerksam sind und eher Raubtieren zum Opfer fallen würden. Anderen Säugetieren hingegen bringt das Leben in Gemeinschaften Vorteile – etwa Delfinen und Schafen, aber auch den Menschen. Sie alle leben länger, wenn sie sozialen Austausch pflegen.

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Mittwoch, 17. Januar 2018
Riesiger Diamant entdeckt

Über 180 Gramm schwer ist der fünftgrösste Diamant der Welt – sein Preis ist noch nicht bekannt.

In einer Diamantenmine im Königreich Lesotho im südlichen Afrika ist einer der grössten Diamanten der Welt entdeckt worden. Der Edelstein ist 910 Karat schwer. Das entspricht 182 Gramm – mehr als ein iPhone X. Damit handelt es sich um den fünftgrössten je gefundenen Diamanten. Der Preis des Klunkers ist noch unbekannt. Doch es dürfte teuer werden: Letztes Jahr kaufte der britische Juwelier Laurence Graff einen 1109 Karat schweren Diamanten für 51 Millionen Franken.

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Dienstag, 16. Januar 2018
Weltrekord: Der am besten isolierende Ziegelstein

Gute Isolation trotz dünner Mauern: Schweizer Materialforscher entwickelten einen Ziegelstein mit der besten Wärmedämmung der Welt.

Nur gerade 20 Zentimeter dick muss eine Mauer mit den neuartigen Ziegelsteinen sein, um ein Gebäude zu isolieren. Denn das neue Baumaterial dämmt acht Mal besser als herkömmliche Backsteine. Damit haben Forscher der Materialforschungsanstalt Empa in Dübendorf einen Weltrekord erzielt. Möglich macht dies das sogenannte Aerogel, ein Material voller winziger Luftbläschen. Es besteht zu 90 Prozent aus Luft und kann wie eine Paste in die Hohlräume normaler Ziegelsteine gegossen werden. So erübrigt sich eine äussere Dämmschicht, was Arbeitsschritte einspart. Zudem eröffnen sich mit den dünnen Mauern neue architektonische Möglichkeiten. Bis zum Einsatz auf einer Baustelle wird es jedoch noch dauern, denn das Füllmaterial hat einen Haken: Im Vergleich zur heutigen Bauweise kostet ein einziger Quadratmeter Mauerwerk mit Aerogel-Ziegelsteinen 500 Franken mehr.

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Montag, 15. Januar 2018
Bier für Marsbewohner

Gute Nachrichten für Astronauten, die sich auf eine Marsmission wagen wollen: Auf Bier müssen sie vielleicht nicht verzichten – denn Hopfen wächst gut im staubigen Boden des roten Planeten.

Das Feierabendbier für Mars-Astronauten muss nicht unbedingt bis zu ihrer Rückkehr in eine irdische Beiz warten. Denn auch im harten Marsboden gedeiht Hopfen bestens. Das entdeckten amerikanische Studenten der Universität Villanova, die verschiedene Pflanzen in einem simulierten Marsboden aufzogen. Dieser besteht aus Vulkangestein aus der amerikanischen Mojavewüste, das ähnliche Eigenschaften hat wie der Boden auf dem roten Planeten. Dieser ist sehr dicht – Kartoffeln etwa wachsen deshalb sehr schlecht darin. Anders ist es bei Grünkohl, Salat und eben Hopfen: sie gedeihten auch im harten Testboden sehr gut. Noch nicht erforscht ist allerdings Gerste – eine andere, wichtige Zutat für das künftige Marsbier.

Welche Schwierigkeiten sich den Mars-Astronauten in den Weg stellen werden, liest du im Text «Der weite Weg zum Mars».

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Freitag, 12. Januar 2018
Fast nur noch weibliche Schildkröten

Ganze 99 Prozent der jungen Schildkröten vor der australischen Küste sind weiblich. Schuld daran ist die Klimaerwärmung.

Der Anteil weiblicher Meeresschildkröten im Norden Australiens wird immer grösser. Das entdeckten amerikanische Meeresbiologen, die vor der Ostküste Australiens 411 Suppenschildkröten untersucht haben. Fast 90 Prozent der ausgewachsenen, mindestens zwanzigjährigen Exemplare aus Nordaustralien waren weiblich. Bei den jungen Tieren waren es gar 99 Prozent. Der Grund dafür sei die Klimaerwärmung, sagen die Forscher. Sie führe dazu, dass immer weniger Männchen schlüpfen. Denn entscheidend für das Geschlecht ist die Temperatur des Sandes, in welchem die Schildkröten ihre Eier vergraben: Beträgt sie mehr als 29,3 Grad Celsius, schlüpfen Weibchen, liegt sie darunter, gibt es Männchen. Bei Schildkröten aus südlicheren Gefilden Australiens, wo es weniger heiss ist, war das Missverhältnis denn auch weniger ausgeprägt: Rund 70 Prozent der Tiere waren dort weiblich. Für die Forscher ist klar: Der Klimawandel gefährdet die ganze Population.

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Mittwoch, 10. Januar 2018
Schlaflos in Zürich

Fast 30 Prozent der Zürcherinnen und Zürcher schlafen nicht gut. Der Grund dafür: Stress.

Einfach abends ins Bett liegen und bis am nächsten Morgen schön schlafen – so einfach ist es für fast ein Drittel der Zürcherinnen und Zürcher nicht. Das hat der Psychiater Wulf Rössler von der Universität Zürich in einer Studie herausgefunden. Er hat mit seinem Team 1274 Bewohner des Kantons Zürich im Alter zwischen 20 und 43 Jahren zu ihrem Schlaf und zu psychischen Belastungen befragt. Dabei zeigte sich: 16 Prozent haben Ein- oder Durchschlafstörungen, sechs Prozent schlafen nur verzögert ein und weitere sechs Prozent haben schwere Schlafprobleme. Und: Frauen sind häufiger davon betroffen als Männer. Als Hauptgrund für den schlechten Schlaf gaben die Befragten Stress an. Dieser entstehe oft bei der Arbeit und abends könnten die Menschen dann nicht abschalten, sagen die Forscher.  Besser wäre es, abends zu entspannen – und das Bett nur für das verwenden, wofür es gemacht ist: zum Schlafen.

Was sonst noch bei Schlafstörungen helfen kann, findest du im Text «Ausbruch aus der Schlaflosigkeit».

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Mittwoch, 10. Januar 2018
Würmer verraten genauen Todeszeitpunkt

Der Fund von menschlichen Knochen in einem Schweizer Wald mobilisierte neben der Polizei auch Wissenschaftler. Die Tat rekonstruieren konnten sie dank ungewöhnlichen Helfern: den Würmern im Boden.

Wenn eine Leiche mehrere Monate oder sogar Jahre unentdeckt verwest, ist es für die Polizei schwierig, den genauen Todeszeitpunkt herauszufinden. Nachdem in einem Schweizer Wald menschliche Knochen gefunden wurden, kam nun erstmals eine neue Methode von Wissenschaftlern der Universität Neuenburg in einem Ernstfall zum Einsatz. Die Forscher untersuchten, welche Arten von Fadenwürmern, sogenannten Nematoden, im Waldboden unter der Leiche lebten. Da je nach Verwesungsstadium andere Würmer unter der Leiche durch den Boden wuseln, fanden die Forscher heraus, dass die Leiche mehr als ein Jahr an der Fundstelle gelegen haben musste. Dieses Resultat stimmte mit anderen Untersuchungen überein, die ein internationales Forscherteam mit Berner Forschern am Leichnam vornahm. Gelöst ist der Fall aber noch nicht: Die Täterschaft ist immer noch unbekannt.

Wie die Neuenburger Forscher das Verfahren entwickelt haben, kannst du in der Geschichte «Tote Schweine helfen, Kriminalfälle zu lösen» lesen.

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Dienstag, 9. Januar 2018
Winzigen Weltraumschrott vermessen

Ein neuer Sensor an der Internationalen Raumstation ISS soll Informationen über Mikroschrott im All sammeln.

Nicht nur zahlreiche Satelliten umkreisen die Erde – auch allerhand Schrott fliegt da oben umher. Neben 20 000 grösseren Objekten wie etwa alten Raketenteilen und ausgedienten Satelliten, schwirren auch geschätzte 100 Millionen Kleinstteile von wenigen Millimetern Grösse im Erdorbit. Diese Trümmer gefährden die Raumfahrt zunehmends. Die amerikanische Raumfahrtsbehörde NASA hat deshalb damit begonnen, Daten zum Mikroschrott zu sammeln. Im Dezember installierten Astronauten dafür ein neues Messgerät an der Internationalen Raumstation – den Space Debris Sensor. Dieser hat eine Fläche von etwa einem Quadratmeter, auf der die Einschläge der Kleinstteile registriert werden. Dabei misst das Gerät die Einschlagsgeschwindigkeit, Grösse und Dichte der Objekte. Mit diesen Informationen will die NASA die Bedrohung durch den Weltraumschrott besser einschätzen können und neue Abwehrstrategien entwickeln.

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