Pionier
Die Texte stammen aus dem Buch «Zürcher Pioniergeist». Es porträtiert 60 Persönlichkeiten, die nach dem Jahr 1900 im Kanton Zürich lebten und wirkten oder von hier stammen. Männer und Frauen, die mit Ideen und Initiative Neues wagten und so Innovationen schufen in Technik, Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur.

Findiges Marketing-Genie

Der Stewi ist heute aus den Schweizer Vorgärten nicht mehr weg zu denken. Doch ihn dort hin zu bekommen, war nicht ganz einfach: Zwar hat der Winterthurer Walter Steiner Anfang der 1940er-Jahre mit seiner Wäschespinne ein Gerät erfunden, das den Hausfrauen die Arbeit erleichterte. Aber daran interessiert war zunächst keiner.

Wo auch immer der Winterthurer Walter Steiner im Jahr 1947 anklopft, um seine Erfindung vorzustellen, es hagelt Absagen: «Brauchen wir nicht!» «Kein Bedarf!» Weder Wohngenossenschaften, noch Immobilienunternehmen oder Wohneigentümer wollen seine Wäschespinne haben. Niemand ausser dem Winterthurer Tüftler, der sich soeben mit dem Geld aus dem Sparstrumpf seiner Frau selbständig gemacht hat, erkennt das Potenzial […]

«Ich wollte alles ausprobieren»

Mit einer Methode, die Kurt Wüthrich entwickelt hat, gelang es, die Struktur der Erreger von Rinderwahnsinn aufzuklären. Dafür wurde er mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Bevor er Wissenschaftler wurde, war er Sportlehrer. Das hat ihn bis heute geprägt.

Im Büro des Nobelpreisträgers stehen Pokale von sportlichen Wettkämpfen. Auf einem Fussball sind die Unterschriften der OL-Läuferin Simone Niggli-Luder, dem Tennis-As Roger Federer und dem Fussballtrainer Christian Gross verewigt. Sport prägte das Leben von Kurt Wüthrich, bevor er Wissenschaftler wurde. Und prägt den unterdessen 75-Jährigen bis heute. Biomoleküle dreidimensional Für die Entwicklung einer Methode, mit […]

«Achtung... sprechen Sie bitte jetzt!»

Ein elektrischer Autoheber und eine sich bewegende Reklame für Seidenstrümpfe zählten zu Willy Müllers ersten Erfindungen. Doch weltweit bekannt machte ihn das Ipsophon – der erste vollautomatische Telefonbeantworter.

Das Prunkstück des Telefonmuseums im thurgauischen Islikon gehörte einst Aga Khan, einem der reichsten Männer der Welt. Der grosse, fast ein Meter hohe und 164 Kilogramm schwere Metallkasten stand in seinem Ferienhaus in Gstaad: das Ipsophon, der erste vollautomatische Telefonbeantworter der Welt. «Eine Wundermaschine», schrieb die Presse. «Ein Telefon, das denkt und spricht.» Dass das […]

Jäger der Urzeitknochen

Er hat die Schweiz zum Land der Urzeitgiganten gemacht: Hans-Jakob Siber ist einer der berühmtesten Dinosaurierforscher. Als Gründer und Leiter des Sauriermuseums in Aathal teilt er seine Leidenschaft mit kleinen und grossen Dino-Fans.

«Es gibt nichts Spannenderes als das Leben selbst. Auch für mich hat es viel Unerwartetes bereitgehalten. Mein Leben war immer sehr bewegt – und ist es noch immer. Zwar könnte ich schon seit mehreren Jahren als Rentner leben; aber ich säge doch nicht den Ast ab, auf dem ich mich wohl fühle. Ich bin rastlos […]

Schneller zum Wurststand

Gestresste Businesstypen, spielende Kinder oder coole Sportler kurven mit dem Mini-Trottinett in der Gegend herum. Die kleinen Roller sind aus unserem Strassenbild nicht mehr wegzudenken. Zum Durchbruch verholfen hat ihnen Wim Ouboter. Doch so reibungslos wie die Gefährte heute über den Asphalt gleiten, verlief ihre Geschichte nicht.

Erfunden hat er das Mini-Trottinett nicht. Das gibt er unumwunden zu. Aber Wim Ouboter aus Uetikon am See hat dem flinken Roller zur heutigen Popularität verholfen. Der Unternehmer mit holländischen Wurzeln und festem Händedruck fühlt sich sichtlich wohl hinter dem Schreibtisch aus Massivholz, der fast die Hälfte seines Büros einnimmt. Er sitzt auf einem Gymnastik-Ball […]

Vom Osterei zum Siegermobil

Töff oder Auto? Das fragt sich jeder, der auf der Strasse Roger Riedener oder Tobias Wülser in ihren eigentümlichen Fahrzeugen begegnet. Die beiden Elektromobile haben weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Doch mit neuen Ideen wollen die Entwickler das Strassenbild noch viel nachhaltiger verändern.

Die Gefährte muten futuristisch an: Im Prinzip sind es verschalte Motorräder, die im Stillstand von zwei kleinen, seitlich angebrachten Hilfsrädern am Umfallen gehindert werden. Sobald die Fahrzeuge aber Schritttempo erreicht haben, fahren die Stützräder ein wie das Fahrwerk bei einem Verkehrsflugzeug. Dann beschleunigen die schlanken Flitzer wie veritable Sportmaschinen – bloss geräuschlos. Ein Elektromotor treibt […]

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