Häuser aus Holz baut die Menschheit seit Jahrhunderten. Doch für Hochhäuser und andere Monsterbauten ist das Material bislang zu instabil. Nun ist es Ingenieuren der Universität Maryland in den USA gelungen, Holz zu einem Baustoff so hart wie Stahl zu verarbeiten. Ihr Trick: Zuerst badeten sie das Holz in einer Chemikaliensuppe, die die natürlicherweise harten Bestandteile auflöst. In einem zweiten Schritt pressten sie die Masse bei etwa hundert Grad Celsius zu einer hauchdünnen Platte. Dabei bildet sich eine einzigartige Mikrostruktur, die das Hightech-Holz zehnmal härter als dessen Ursprungsmaterial macht – und so locker mit Stahl und einigen Titanlegierungen mithalten kann. Dank einer Lackierung quillt das Holz bei Nässe auch nicht auf, schreiben die Forscher im Fachmagazin «Nature».

Das Super-Holz schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen ist Holz ein nachwachsender Rohstoff und deshalb ökologischer als andere Baustoffe. Zum anderen ist das verdichtete Naturmaterial sechs Mal leichter als Stahl. Dieser könnte somit zukünftig etwa in Autos oder Flugzeugen durch das neue Holz ersetzt werden. Eine Spinoff-Firma der Universität in Maryland arbeitet denn auch bereits daran, das Verfahren marktreif zu machen.

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