Die in Brasilien lebenden Weissbüschelaffen kommunizieren untereinander mit Gesichtsausdrücken, Körperhaltungen und glucksenden Geräuschen. Letztere setzen sich aus Lauten wie «tsick», «ekks» und «fieps» zusammen. Bisher dachte man, dass die Äffchen diese willkürlich aneinanderreihen. Doch deutsche Neurowissenschaftler bewiesen nun, dass hinter den Lautfolgen ein bestimmtes Muster steckt – eine Art von Silben.

Um die Laute genauer zu analysieren, zeichneten die Forscher die Gespräche zwischen fünf Weissbüscheläffchen auf. Hin und wieder unterbrachen sie die Tiere mit einem leisen Rauschen – sie quatschen ihnen sozusagen dazwischen. Daraufhin hielten die Tiere inne – aber nicht willkürlich, sondern nur an bestimmten Stellen, beobachteten die Forscher. Das ist offenbar ähnlich wie beim Menschen: Unterbricht man jemanden beim Reden, so passiert dies in der Regel zwischen einzelnen Silben. Die Unterbrechungsversuche zeigten somit, dass das vermeintlich unstrukturierte Quietschen der Äffchen aus einzelnen Bausteinen besteht. Diese Erkenntnis über die Silben der Tierlaute könnte laut der Forscher dazu beitragen, auch die Ursprünge der menschlichen Sprache besser zu verstehen.

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