Das musst du wissen

  • Durch den Preis von fünf Rappen pro Plastiksäckli in Grossverteilern sinkt der Plastikverbrauch massiv.
  • Die Gebühr könnte aber noch einen anderen Vorteil haben: Die Konsumenten werden dadurch umweltbewusster.
  • In einer Studie gaben Konsumenten an, dass sie eine ähnlichen Aufpreis auch bei anderen Produkten akzeptieren würden.

Seit Ende 2016 geben Migros und Coop die Plastiksäckli an der Kasse nur noch für einen Fünfräppler ab. Mit dieser kleinen Massnahme wollen die Grossverteiler etwas für die Umwelt tun. Der Plan geht auf: Bereits nach einem Jahr vermeldeten Migros und Coop einen Rückgang von über 80 Prozent beim Gebrauch der knisternden Säckchen. Die Einsparnis kommt der Umwelt direkt zu Gute: Coop spart dadurch jedes Jahr 850 Tonnen Plastik ein.

Diese Gebühr könnte Konsumenten aber allgemein helfen, umweltbewusster zu werden, zeigt eine neue Studie von Psychologen der Universitäten Cardiff in Wales und Moskau in Russland. Die Forscher befragten 3764 Konsumenten aus England, Wales und Schottland, nachdem die drei Länder im Jahr 2015 den Preis von fünf Pence – das entspricht etwa unseren fünf Rappen – pro Säckli eingeführt hatten. Die Probanden gaben ihre Meinung zu den neuen Kosten und zu ihrem eigenen Verhalten zum Zeitpunkt der Einführung, sowie einen Monat und sechs Monate später an.

Die Studie zeigte drei Dinge:

  • Der Verbrauch von Plastiksäcken sank sofort nach Einführung der Gebühr um etwa 80 Prozent – ähnlich wie das Migros und Coop hierzulande bestätigen. Gleichzeitig begannen die Menschen, ihre eigenen Tragetaschen zum Einkaufen mitzunehmen.
  • Die Akzeptanz des Preises stieg sowohl bei Frauen und Männern als auch bei allen Alters- und Einkommensstufen rasch an.
  • Auch wenn der Betrag von fünf Pence sehr klein ist: Er scheint eine umweltbewusstere Haltung der Menschen zu fördern. In den Umfragen gab die Mehrheit der Probanden an, dass sie ähnliche Gebühren auch für Plastikflaschen oder in Plastik verpackte Lebensmittel akzeptieren würden.

Laut der Forscher beobachten sie zum ersten Mal, dass Konsumenten eine ihnen auferlegte Massnahme auch in anderen Bereichen akzeptieren würden. Ob die Probanden auch tatsächlich einen Aufpreis für andere Produkte bezahlen würden, bleibt jedoch unklar, denn die aktuelle Studie zeigt nur, was die Probanden denken. Und die Konsumenten scheinen eine klare Grenze zu ziehen: Den Vorschlag eines kleinen Umwelt-Aufpreises für Benzin oder Diesel lehnten die meisten nämlich deutlich ab.

Diesen Beitrag teilen