Das musst du wissen

  • Das Hormon Insulin steuert die Aufnahme von Zucker ins Blut. Bei Störungen kann Diabetes entstehen.
  • Genfer Forschende haben nun herausgefunden, dass die Insulinausschüttung von einer inneren Uhr abhängt.
  • Für die Behandlung von Diabetes könnte diese Erkenntnis nützlich sein.

Hattest du vielleicht Guetzli zum Zvieri? In der Regel bewältigt dein Körper den darin enthaltenen Zucker mit Links. Dem Hormon Insulin sei Dank. Denn dieses steuert, wie viel Zucker aus dem Blut in deine Muskeln und andere Gewebe aufgenommen wird. Funktioniert das nicht mehr so gut – sprich, wenn Körperzellen weniger oder nicht mehr auf die Signale reagieren, spricht man von einer Insulinresistenz. Damit kann sich mit der Zeit Typ-2-Diabetes entwickeln.

Schon länger wird der Zusammenhang von Diabetes-Risiko und Störungen der inneren Uhr diskutiert. Beobachtet wurde etwa, dass Schichtarbeit das Risiko für solche Stoffwechselerkrankungen erhöht.

Forschende der Universität Genf haben nun herausgefunden, dass ein Abschnitt des Zwischenhirns – der Hypothalamus – eine zentrale Rolle spielt im Zusammenhang zwischen der inneren Uhr und der Wirkung von Insulin. Demnach ist die die Insulinintensität neben dem Bedarf der Organe auch abhängig von einer biologischen Uhr, wie die Uni Genf mitteilt.

Für ihre Untersuchungen nutzten die Forschenden Mäuse, denen ein bestimmtes Gen für die biologische Uhr in gewissen Neuronen im Hypothalamus fehlte. Während die Tiere im regelmässigen Wechsel je zwölf Stunden im Hellen und zwölf Stunden im Dunkeln gehalten wurden, massen die Wissenschaftler die Aufnahme von Blutzucker in Leber-, Muskel- sowie Fettgewebe – Geweben, die vor allem von Insulinresistenz betroffen sind. Dabei stellten die Forschenden tageszeitliche Schwankungen fest.

So hatten bereits kleine Veränderungen des Licht-Dunkel-Rhythmus’ negative Auswirkungen auf die Fähigkeit gewisser Muskelzellen, auf Insulin zu reagieren und Glukose aufzunehmen. Demnach spielen bestimmte Neuronen im Hypothalamus offenbar eine Schlüsselrolle, die Sensitivität bestimmter Muskelzellen auf Insulin im Tagesverlauf zu steuern – nicht jedoch in anderen Muskelgeweben oder in Leber- und Fettgeweben.

Es reicht also offenbar bereits, einen der regulierenden Mechanismen ausser Kraft zu setzen, um das Risiko für Diabetes zu erhöhen. Gemäss Mitteilung könnten die Studienergebnisse einen Denkanstoss für die Praxis liefern. So könnten Typ-1-Diabetes-Patienten die Insulinmenge, die sie sich selber spritzen müssen, je nach Tageszeit, präziser bestimmen.

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