Bild: zVg Ausschnitt aus dem Film «CERN und der Sinn für Schönheit».
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Poster zum Film.

Woher kommen wir? Die Frage nach dem Ursprung des Universums ist eine, die wir uns seit jeher stellen – und auf welche die Wissenschaftler des gigantischen Teilchenbeschleunigers CERN Antworten suchen. So werden die Physiker auch zu Philosophen, während sie die Geheimnisse des Ursprungs der Materie zu enträtseln versuchen. Genau diese philosophische Seite zeigt der neue Dokumentarfilm «CERN und der Sinn für die Schönheit» des italienisch-schweizerischen Regisseurs Valerio Jalongo. So porträtiert er im Film Teilchenphysiker, die völlig fern von wissenschaftlicher Fachsprache über mathematische Formeln sprechen, als wären sie Gemälde. Über die Schönheit einer Welt, die so klein ist, dass niemand sie je zu Gesicht bekommen wird. Über die Ästhetik des Unsichtbaren.

Sechster Sinn

Der Regisseur verzichtet während des Films darauf, näher auf die im CERN betriebene Forschung einzugehen. So werden wissenschaftliche Durchbrüche wie die Entdeckung des Higgs-Bosons nur als Randnotiz erwähnt. Ebenso dienen physikalische Konzepte wie Dunkle Materie und Supersymmetrie lediglich dazu, grob aufzuzeigen, wie das Forschungsgebiet von Teilchenphysikern aussieht: Grössen von milliardstel Millimetern, Zeiten in milliardstel Sekunden. «Gerade weil die Wissenschaftler ihr Forschungsgebiet nicht mit blossem Auge sehen können, brauchen sie viel Vorstellungskraft», erklärt der Regisseur in der Off-Stimme. «Sie brauchen einen sechsten Sinn, um sich der Wahrheit zu nähern. Anders kann man diese Welt nicht erkunden.»

Währenddessen wird im Film eine Theateraufführung gezeigt. Gefolgt von Landschaftsaufnahmen, Regentropfen auf Blättern, starken Winden, Sonnenschein, Grossstädten im Zeitraffer. Durch diese Bilder vermittelt Jalongo seine Botschaft klar: Teilchenphysik kratzt am Kern der Natur und der Schöpfung. Die Wissenschaft wird mit Philosophie und Kunst vereint.

Unerklärbare Ästhetik

«Aus dem Fenster meines Büros sehe ich einen kleinen Hügel. Wenn im Sommer die Sonne hinter ihm untergeht, kann ich nicht anders, als meine Arbeit kurz wegzulegen und das Spektakel zu bewundern», sagt eine junge Forscherin im Film. «Aber ich kann mir nicht erklären, warum ich einen Sonnenuntergang als schön empfinde.»

Diese erfrischende Ratlosigkeit zieht sich durch den ganzen Film. Auch als Zuschauer weiss man nach der 75-minütigen Reise nicht mehr über diese Welt des Unsichtbaren, in der die Teilchenphysiker daheim sind. Dafür über die Physiker. Es wird klar, dass sie dieselben offenen Fragen an das Leben haben wie wir alle. So entsteht eine innige Verbindung mit ihnen und dem weltberühmten Forschungsinstitut.

CERN und der Sinn für Schönheit läuft diese Woche in den Schweizer Kinos an.

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