Gewisse Inhaltsstoffe in Bier können…

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Forschende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg haben entdeckt, dass im Hopfen, der in den allermeisten europäischen Bieren steckt, Iso-Alphasäuren sowie das Polyphenol Xanthohumol zu finden sind. Beides scheint – nebst anderen positiven Eigenschaften – der Leberverfettung und -vernarbung durch Übergewicht sowie allgemein Leberschäden vorzubeugen Allerdings warnen die Forschenden davor, dass dieser Effekt durch Alkohol vermutlich wieder zunichte gemacht wird – und empfehlen alkoholfreies Bier.Und ob Bier dick macht? Eine kürzlich herausgegebene Übersichtsstudie zeigt, dass in punkto Bier und Körperumfang verschiedene Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Gewisse Studien weisen deutlich darauf hin, dass es nicht unbedingt das Bier ist, das uns zunehmen lässt. Vielmehr geht ein hoher Bierkonsum oft mit einem ungesunden Lebensstil einher. Unklar ist auch, ob Bier die Darmflora ausgleichen kann. Forschende haben aber damit begonnen, die positiven Wirkungen von in Bier enthaltenen Inhaltsstoffen besser zu untersuchen – und einiges deutet darauf hin, dass der Gerstensaft auch die Darmgesundheit verbessern kann.

Was wird beim Bierbrauen in der Schweiz nicht benötigt?

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Der Heizbottich ist eine Erfindung der higgs-Redaktion. Doch: Erhitzt wird das Bier während des ganzen Brauprozesses mehrmals. Zuerst beim allerersten Schritt des Brauens, bei dem Maische aus gekeimtem und anschliessend geröstetem Getreide sowie warmem Wasser hergestellt wird. Und dann nochmals fürs Herstellen der Bierwürze, die aus der Maische-Flüssigkeit und Hopfen besteht und bis zum gewünschten Stammwürzegehalt eingedampft wird. Diese Bierwürze wird anschliessend einige Tage mit Hefe vergoren – und dann im Lagertank gelagert.

Wie wird denn dieser Stammwürze-Gehalt von Bier gemessen?

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Als Stammwürze wird beim Bierbrauen der Anteil an Malzzucker vor der Vergärung bezeichnet. Eine Flüssigkeit mit einem Grad Plato entspricht einer Saccharoselösung mit einem Gewichtsprozent Saccharose. Dieses System wurde vom deutschen Chemiker Fritz Plato im Jahr 1900 eingeführt.

Biertrinken ist uralt. 13 000-jährige Überreste des vergorenen Getreidetrunks wurden in der Gegend des heutigen Israel gefunden. Rechtskräftige Anweisungen darüber, wie man zu brauen hatte, kamen erst viel später dazu – aber wann?

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Der Gesetzestext aus dem 17. Jahrhundert vor Christus, der auf König Hammurabi I. von Babylonien zurückgeht, verlangt, dass Bierpanscher in ihren Fässern ertränkt werden sollen. Auch Wirtinnen, die sich in Silber statt in Gerste bezahlen liessen, oder die minderwertiges Bier brauten, erwartete dieses Schicksal. Das bayrische Reinheitsgebot stammt von 1516 und ist eigentlich ein Satz in der bayrischen Landesverfassung. Dieser besagt, dass Bier nur aus Gerste, Hopfen und Wasser gebraut werden sollte. Wer hingegen den wertvollen Weizen statt Gerste benutzen wollte, brauchte ein besonderes Privileg. Heute wird das Reinheitsgebot vor allem fürs Marketing gebraucht und auch gerne als ältestes Lebensmittelgesetz bezeichnet. Das Stadtrecht wurde Augsburg im Jahr 1156 zwar urkundlich von Friedrich I. Barbarossa zugesprochen. Darin legte Kaiser Friedrich I. auch fest, dass diejenigen, die schlechtes Bier ausschenken, bestraft werden sollten. Damit ist Barbarossa aber immer noch mehr als 2500 Jahre zu spät.

Alkohol im Bier entsteht bei der Gärung, bei welcher Hefe den Malzzucker in Alkohol, Kohlensäure, und weitere Aromastoffe umwandelt. In jüngerer Zeit versuchten aber Brauereien, durch Bier mit fast keinem Alkohol noch mehr Konsumenten und Konsumentinnen für sich zu gewinnen. Wie hiess das erste «alkoholfreie Bier» – und wie wurde es beworben?

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Das alkoholfreie Perplex-Bier hat die Brauerei Haldengut in Winterthur 1908 auf den Markt gebracht und ist damit wohl das älteste alkoholfreie Bier. Die Konsumentinnen und Konsumenten waren über die Namenswahl vermutlich ebenso perplex wie du. Die Produktion wurde nämlich wegen mangelnder Nachfrage bereits nach fünf Jahren wieder eingestellt. Bevo braute die US-amerikanische Brauerei Anheuser-Busch ab 1916, also acht Jahre nach dem Winterthurer Perplex, und noch bevor in den USA der Alkoholkonsum 1919 verboten wurde. Historiker und Historikerinnen erklären sich damit auch den herausragenden Erfolg Bevos im Vergleich zu den Getränken, die während der Prohibition als Bierersatz vermarktet wurden. Aubi kam hingegen 1972 in der DDR auf den Markt und steht für «Autofahrerbier». Silben mehrerer Wörter war in der DDR eine beliebte Methode, um ausländische Produkte selbst zu benennen: So hiess eine Art Hotdog «Ket-Wurst».

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