Wenn wir weiterhin so viel Auto fahren, fliegen und mit Öl heizen wie heute, werden wir bald weniger Fisch essen. Denn die Klimaerwärmung dezimiert die Fischbestände, wie Forscher der ETH Zürich zusammen mit kanadischen Partnern herausgefunden haben. «Fische reagieren schon auf kleine Temperaturunterschiede sehr empfindlich», sagt Umweltphysiker Thomas Frölicher. Viele Arten wandern bei höheren Temperaturen in Richtung der beiden Pole – auch weil wärmeres Wasser weniger Sauerstoff enthält. Besonders bedroht sind tropische Regionen: Dort würden die Bestände um die Hälfte schrumpfen, wenn die Temperatur auf der Erde um 3,5 Grad Celsius steigt. Dies wird bei ungebremstem Ausstoss an Klimagasen bis Ende des Jahrhunderts der Fall sein. «Für die Bevölkerung am Äquator wäre das dramatisch», sagt Frölicher. In Ländern wie Indonesien oder Ghana ist Fisch eine wichtige Nahrungsquelle.

Dissoid

Während Fische nahe den Polen von der Erderwärmung profitieren, sind in warmen Regionen viele vom Aussterben bedroht.

Profitieren könnten dagegen Fischer weit im Norden und Süden. Wenn das Eis an den Polen schmilzt, gelangt mehr Licht und Wärme in den Ozean, was Pflanzenplankton zum Wachsen bringt. Mit dem üppigen Futter vermehren sich auch die Fische. «Doch das etwas grössere Angebot in Polarnähe kann den Verlust in den Tropen längst nicht wettmachen», sagt Umweltphysiker Frölicher. Somit dürfte Fisch auch auf unseren Tellern rarer werden. Zum Beispiel der hierzulande beliebte Blauflossen-Thunfisch, der bereits wegen der Überfischung vom Aussterben bedroht ist. Zusätzlich würden dessen Bestände pro Grad Erderwärmung um acht Prozent schrumpfen, sagt Thomas Frölicher voraus. «Ein Grund mehr, unseren Kohlenstoffdioxid-Ausstoss einzuschränken.»

Die Erstversion dieses Beitrags ist am 3. Februar 2017 erschienen.
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