Ein stolzer Grosser Emu in der Wüste Australiens
Bild: Alamy Emus werden fast zwei Meter gross. Bis ins 19. Jahrhundert gab es aber auch kleinere Formen.
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Der Grosse Emu verdient seinen Namen: Bis zu 1,90 Meter hoch und 45 Kilogramm schwer wird der in Australien heimische Laufvogel. Heute lebt er nur noch auf dem Festland, doch bis ins 19. Jahrhundert hinein gab es noch Emus auf einigen der grösseren Inseln südlich des Kontinents. Diese entstanden erst vor 10’000 bis 15’000 Jahren, als am Ende der letzten Kaltzeit der Meeresspiegel stieg. Dadurch wurden die dort lebenden Emus vom Festland isoliert. Und mussten sich an ihren neuen, verkleinerten Lebensraum anpassen: Sie schrumpften. Das hat nun ein australisches Forscherteam herausgefunden.

Die Forschenden untersuchten dazu Überreste von Insel-Emus aus Museen: Sie analysierten die DNA der Fossilien und vermassen die Knochen. Vor allem Beinknochen eignen sich gut, um abzuschätzen, wie gross ein Tier einmal war.

So entdeckten die Forscher, dass sich die Grösse der Tiere nach der Grösse ihres Lebensraums richtete. Beispielsweise waren die Emus auf der nur 1000 Quadratkilometer grossen Insel King Island am kleinsten: Sie erreichten etwa zwei Drittel der Grösse ihrer Artgenossen auf dem australischen Festland. Die Emus auf dem viermal so grossen Kangoroo Island waren etwas grösser, und nochmals weniger stark geschrumpft waren die Vögel auf dem vergleichsweise riesigen Tasmanien.

Die Wissenschaftler vermuten, dass das geringere Futterangebot – Emus ernähren sich von Pflanzen und Insekten – die Vögel schrumpfen liess. Diese evolutionäre Entwicklung lief gemäss der Forscher sehr schnell ab. Und auf allen drei Inseln unabhängig voneinander.

Ein Mann hält einen toten Emu am Hals fest und hält ihn in die Höhe.Wikipedia
Ein australischer Siedler mit einem getöteten Emu, im November oder Dezember 1932.

Der grosse Emu-Krieg

Im Jahr 1932 kämpfen die Australier im sogenannten Weizengürtel im Westen des Kontinents gegen eine grosse Emuherde. Schätzungsweise 20’000 der grossen Vögel hatten sich nach einer Periode langanhaltender Trockenheit und Hitze zusammengerottet und trampelten auf ihrer Futter- und Wassersuche die Weizenfelder nieder. Die Siedler – ehemalige Soldaten – reagierten nicht zimperlich: Mit Maschinengewehren nahmen sie die Emus unter Beschuss. Allerdings mit mässigem Erfolg, denn viele der Kugeln bleiben in der dicken Hautfettschicht der Emus stecken, ohne sie ernstlich zu verletzen. Zudem konnten die Tiere dank ihrer beachtlichen Laufgeschwindigkeit von bis zu 50 Kilometern pro Stunde jeweils rasch flüchten. Trotzdem konnten einige Tiere getötet werden, wie viele genau, ist unklar. Zu wenige jedenfalls, um den Krieg gegen die Emus zu gewinnen. Schliesslich wurde ein Zaun gebaut, um die Weizenfelder zu schützen.

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