Gelbe Krabbenspinne auf gelber Blüte.
Bild: Anina C. Knauer Auf der Blüte des Glatt-Brillenschötchens verspeist eine Krabbenspinne eine Raupe. Damit wird sie für die Pflanze zum Rettungsengel.
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Gut getarnt lauern Krabbenspinnen auf den Blüten von Pflanzen Beute auf. Bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass diese bis zu einem Zentimeter grossen Spinnen den Pflanzen schaden. Sie fangen nämlich bestäubende Insekten oder halten sie vom Blütenbesuch ab. Doch Ökologen der Universität Zürich stellten nun fest: Die Tiere haben auch einen überraschenden Nutzen. Sie fressen nicht nur Bestäuber, sondern auch Schädlinge. Beispielsweise pflanzenfressende Insekten oder deren Raupen, die sich von Blüten oder Früchten ernähren. Die Krabbenspinnen nützen so den Pflanzen – ganz nach dem Prinzip «der Feind meines Feindes ist mein Freund». Beobachtet haben die Zürcher Wissenschaftler dieses Prinzip an Exemplaren des gelb-blühenden Glatt-Brillenschötchens in den Schweizer und italienischen Alpen.

Auf Experimentierfeldern untersuchten die Ökologen dann genauer, warum die Krabbenspinnen die Brillenschötchen von ihren Peinigern befreien. Bei einer Insektenattacke geben die Pflanzen nämlich den Duftstoff β-Ocimen in grösseren Mengen ab, als sie es normalerweise tun. Daraufhin besuchen die Spinnen die befallenen Blüten besonders oft. Dort verspeisen sie die bösen Schädlinge – und werden so zum Retter der Pflanze.

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