Das musst du wissen

  • Wegen heissen Temperaturen sind 2019 in der Schweiz während den Sommermonaten 460 Personen mehr als sonst gestorben.
  • Temperaturen über 30 Grad führen zu einem stark erhöhten Sterberisiko.
  • Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kleinkinder und Schwangere.
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Erinnerst du dich an die Hitzetage des letzten Sommers? Bis zu 34 Grad zeigten die Thermometer an. Und dies während je einer Woche im Juni und im Juli. Auch dieses Jahr gab es bereits Hitzetage und ab Samstag soll es wieder über 30 Grad heiss werden. Solche Temperaturen sind nicht nur schweisstreibend, sondern auch gefährlich. Das zeigen die Zahlen: Wenn es im Sommer besonders heiss ist, steigt die Sterberate über den Jahresdurchschnitt an. Hitzewellen und einzelne Hitzetage verursachen zudem eine Zunahme von Notfall-Spitaleintritten. Überdurchschnittlich viele Tote gibt es in Rekordsommern.

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So war es auch im Sommer 2019. Zwischen Juni und August starben 460 Personen mehr, als im Vergleich zum Zehnjahresschnitt zu erwarten gewesen wäre. Das zeigt ein Bericht des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts. Das Tessin bekam die hohen Temperaturen am meisten zu spüren: Dort starben fast zehn Prozent mehr Menschen als sonst in den Sommermonaten. Am zweitgrössten war das Problem in der Deutschschweiz, gefolgt von der Romandie.

Science-Check ✓

Studie: Gesundheitliche Auswirkungen von Hitze in der Schweiz und die Bedeutung von PräventionsmassnahmenKommentarDies ist ein Kommentar der Autorin / des AutorsIn diesem Bericht werden vor allem die Tageshöchsttemperaturen und die Nachtminimumtemperaturen sowie die Übersterblichkeit zu dieser Zeit beachtet. Die Sterberate in den Monaten Juni bis August wird mit dem Zehnjahresdurschnitt verglichen. Würde dieser Zeitraum anders gewählt, würde die Übersterblichkeit leicht anders ausfallen.Mehr Infos zu dieser Studie...

Den Rekord für den heissesten Sommer seit Messbeginn hält allerdings das Jahr 2003. Zwischen Juni und August starben damals landesweit rund 1000 Menschen mehr als üblicherweise im gleichen Zeitraum.

Swiss TPH

Anzahl Todesfälle pro Tag und Temperaturverlauf während den Juni bis August 2019. Dunkle Linie: Geglättete Kurve der täglichen Todesfälle aus den Mittelwerten von 7 Tagen (je 3 Tage vor und nach dem eingezeichneten Wert). Die gestrichelten Linien zeigen die durchschnittliche Tageshöchst- (rot; Tmax Tag) und Nachtminimumtemperatur (blau; Tmin Nacht) an sieben Messstationen. Die rosa Balken markieren die Hitzeperioden (25. Juni bis 1. Juli sowie 20. bis 26. Juli) nördlich der Alpen.

Der Körper muss sich abkühlen

Richtig gefährlich wird es ab Tageshöchsttemperaturen von 30 Grad. Dann ist das Sterberisiko aufgrund der Hitze laut Bericht «erheblich» und nimmt mit jedem zusätzlichen Grad stark zu. Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt, sind eine weitere Gefahr. Denn ohne die nächtliche Abkühlung kann sich der Körper nicht richtig erholen.

Wenn es heiss ist, reguliert der Körper seine Temperatur durch Schwitzen und eine stärkere Hautdurchblutung. Diese Kühlungsmechanismen können allerdings überlastet werden, was zu Kreislaufproblemen und Flüssigkeitsverlust führt. Das Resultat ist Erschöpfung oder sogar ein Hitzschlag. Ausserdem verschlimmert die Hitze bestehende Krankheiten wie Herz-Kreislauf-, Atemwegs-, Nieren- oder psychische Erkrankungen. Gerade eine plötzliche Hitzewelle ist kritisch für die Gesundheit. Denn der Körper kann sich so nicht langsam an die steigenden Temperaturen gewöhnen.

Wer besonders vorsichtig sein muss

Gefährdet sind vor allem Personen ab 75 Jahren, denn ältere Menschen sind öfter von Vorerkrankungen betroffen und können sich weniger gut an die Hitze anpassen. Ausserdem haben sie ein vermindertes Durstgefühl, weshalb sie Gefahr laufen, nicht genug zu trinken. Auch Schwangere und Kleinkinder sollten bei hohen Temperaturen vorsichtig sein. Bei ihnen sind die Funktionen zur Körperkühlung eingeschränkt oder noch nicht vollständig ausgebildet.

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