Das musst du wissen

  • In der Schweiz warteten letztes Jahr über 1500 Personen auf ein Organ. Vergeblich, denn es gibt zu wenig Spender.
  • Eine Volksinitiative möchte nun, dass wir alle zu Spendern werden – ohne extra Einwilligung.
  • 80'000 Unterschriften sind bereits gesammelt. 20'000 mehr braucht es, damit die Initiative zur Abstimmung kommt.

In der Schweiz fehlen Spenderorgane. Letztes Jahr warteten 1562 Patienten auf eine Spenderniere. 1198 von ihnen vergeblich. Auch bei Herz-, Leber- und Lungen-Transplantationen gibt es mehr Wartende als glückliche Empfänger. Das müsste eigentlich nicht sein, denn gemäss Umfragen äussern sich mehr als 80 Prozent aller Schweizer positiv über eine Organspende. Aber bei der unverbindlichen Äusserung innerhalb der Umfrage bleibt es dann leider auch. Denn mehr als die Hälfte aller Schweizer besprechen es nicht mit ihren Angehörigen, was mit ihren Organen passieren soll, wenn sie tot sind. Und da weniger als 10 Prozent aller Schweizer eine Spenderkarte bei sich tragen, liegt die schwere Entscheidung dann bei den Liebsten der Betroffenen. Und das ist sehr belastend – oft entscheiden Angehörige dann gegen eine Spende.

Zwar ist die Zahl der Organspenden in den letzten zwei Jahren leicht gestiegen. Doch das ist nicht genug, finden die Initianten der Volksinitiative «Organspende fördern – Leben retten». Ihre Lösung für das Problem sieht folgendes vor: In Zukunft sollen Ärzte davon ausgehen können, dass ein Mensch mit einer Spende nach seinem Tod einverstanden ist, auch wenn er das vorher nicht explizit erklärt hat. Personen, die sich zu Lebzeiten nicht gegen eine Organspende aussprechen, würden somit zu potenziellen Spendern.

Damit die Initiative zur Abstimmung kommt, sind 100’000 Unterschriften nötig. 80’000 sind bereits aufgenommen. Wer zu den restlichen 20’000 beitragen möchte, kann sich am kommenden Samstag, dem nationalen Organspendetag, informieren und vor allem: unterschreiben.

Mehr Informationen über Organspenden bei Swisstransplant
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