Die Zeit von Ärztinnen und Ärzten ist begrenzt, klinische Geräte sind teuer. Umso wichtiger also, dass beides effizient genutzt wird. Dabei soll nun eine neue Software helfen, die Forschende der Hochschule für Life Sciences der Fachhochschule Nordwestschweiz (HLS FHNW) entwickelt haben. Mit dem neuen Computerprogramm lässt sich ermitteln, welche Wege Patientinnen und Patienten im Spital zwischen mehreren verschiedenen Untersuchungen oder Behandlungen zurücklegen und wie lange sie dafür brauchen. Für die Entwicklung der Software analysierten die Wissenschaftler Bewegungsdaten von 30’000 bis 50’000 Patienten. Deren Wege rekonstruierten sie unter anderem daraus, wann sich die Patienten bei den verschiedenen Abteilungen für die unterschiedlichen Untersuchungen anmeldeten.

«Diese Registrierungsdaten zu analysieren, klingt trivialer als es ist», sagt Dominique Brodbeck, der die Entwicklung der Software leitete. Denn nicht immer haben die Daten dasselbe Format. So sind zum Beispiel Datumsangaben manchmal amerikanisch oder sie fehlen sogar ganz. «Solche Datensätze mussten wir erst manuell für die Analyse aufbereiten», sagt Brodbeck. Dafür hilft die Software nun Spitälern, die Ankunftszeit eines Patienten besser vorauszusehen oder auch einen Spitalneubau so zu planen, dass die Wege kürzer sind.

Aber es geht nicht nur um Effizienz, sondern auch darum, die Versorgung zu verbessern. So zum Beispiel bei einem Projekt der HLS FHNW und des Universitätsspitals Zürich, das voraussagen soll, wenn es einem Patienten auf der Intensivstation schlechter geht. Also ob etwa das Herz stillstehen oder die Niere versagen könnte.

Damit dies in Zukunft funktioniert, müssen die Forschenden genau verstehen, was vor einem solchen Zwischenfall beim Patienten geschieht. Deshalb sammeln sie zurzeit Tausende Gigabyte von Daten. Diese verfüttern sie an Computerprogramme, die versuchen, darin ein Muster zu erkennen: Steigt der Blutdruck, sinkt der Puls oder stockt die Atemfrequenz vor einem Herzinfarkt? Neben diesen biologischen Daten fliessen auch Notizen des Pflege- oder Arztpersonals ein.

Die Schwierigkeit: Das Computerprogramm muss solche Notizen einlesen und mit den anderen Daten verknüpfen können. Deshalb entwickeln die Forschenden um Dominique Brodbeck eine Software, die alle Daten der Instrumente und auch die Notizen des Personals erfasst, statt sie nur in der Krankenakte abzulegen. So haben Ärzte und Pflegepersonal alle Informationen im Blick. Denn Daten sind nur dann Gold wert, wenn man sie auch nutzen kann.

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