Benedikt Meyer


Benedikt Meyer ist Historiker und Autor. Mit «Im Flug» hat er die erste wissenschaftliche Geschichte der Schweizer Luftfahrt geschrieben, mit «Nach Ohio» seinen ersten Roman veröffentlicht. Bei higgs erzählt er in der «Zeitreise» jeden Sonntag Episoden aus der Geschichte der Schweiz. Von den Wanderungen der Helvetier bis Erasmus von Rotterdam, vom Mord in Augusta Raurica bis zu Catherine Reponds tragischem Ende und von Henri Dunant bis zu Iris von Roten.

Jeder mit jedem gegen jeden. Für eine korrekte Darstellung der Burgunderkriege braucht es eigentlich Kameraleute, ein Filmset, etwas Budget und rund zwölf Staffeln Zeit. Die Akteure? Frankreichs Louis XI, Sigismund von Habsburg, Karl der Kühne von Burgund, die Savoyer, die Walliser, Freiburg, Solothurn, Strassburg, Basel, Mühlhausen und die mal wieder ziemlich uneinigen Eidgenossen.
Es begann damit, dass die Habsburger nach Verbündeten gegen die Schweiz suchten und im Burgund fündig wurden. Karl der Kühne ließ sich 1469 Ländereien im Elsass und Süddeutschland übertragen und wurde so Nachbar der Schweiz. Sein Landvogt schränkte den Elsässer Getreidehandel ein, weshalb sich Strassburg und Basel an Bern wandten, das bereits mit Mühlhausen verbündet war.
1474 meuterten die Söldner des Vogts und brachten ihn um. Daraufhin schlugen die Berner und ihre Verbündeten wenig später los und besiegten die Burgunder bei Hérincourt. Davon ermutigt räuberten sich die Berner, Freiburger und Luzerner 1475 durch die Waadt, welche den mit Karl verbündeten Savoyarden gehörte. (Das erzürnte die übrigen Eidgenossen so, dass sie vorübergehend einen Sonderbund schlossen). Von den Bernern angesteckt schlugen nun auch die Oberwalliser los und entrissen Savoyen das Unterwallis. Jetzt erst schlug Karl zurück. In der Schlacht von Grandson verlor er aber seine wertvolle Habe, seine Belagerung Murtens scheiterte und bei der Schlacht von Nancy wurde er schliesslich getötet.
Um Karls Ländereien bekriegten sich schon bald Frankreich und Österreich. Die Eidgenossen nahmen Freiburg und Solothurn in den Bund auf – ansonsten profitierten sie vor allem wirtschaftlich. Ihre siegreichen Kämpfer waren plötzlich so begehrt, dass die Zürcher Chronik lapidar festhielt: «Und kam vil geltz in das lant».

Digital in die Vergangenheit

Der Blog des Schweizerischen Nationalmuseums publiziert regelmässig Artikel über historische Themen. Diese reichen von den Habsburgern über Auslandschweizer bis hin zu heimischer Popmusik, die es zu Weltruhm gebracht hat. Der Blog beleuchtet viele Facetten der Landesgeschichte in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch. Mehr dazu gibt es unter: blog.nationalmuseum.ch

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