Das musst du wissen

  • Die Immuntherapie soll das körpereigene Abwehrsystem ankurbeln, so dass es Krebszellen bekämpfen kann.
  • Das funktioniert aber nur bei einem kleinen Teil der Krebspatienten. Warum, haben Schweizer Forschende untersucht.
  • Dadurch haben sie einen Weg gefunden, von vornherein festzustellen, bei welchen Patienten die Therapie gut wirkt.

Im Kampf gegen Krebs wird die sogenannte Immuntherapie immer wichtiger. Dabei sollen Wirkstoffe das körpereigene Abwehrsystem ankurbeln, sodass dieses sich gegen die Krebszellen wehren kann. Allerdings: Bisher spricht nur ein kleiner Teil der Patienten auf diese Art der Behandlung an. Warum das so ist, hat jetzt ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Basel entdeckt – und damit auch gleich einen Weg gefunden, vorauszusagen, welche Patienten gut auf die Therapie ansprechen.

Die Forschenden untersuchten Abwehrzellen in Lungentumoren und analysierten, unter welchen Voraussetzungen diese den Kampf gegen den Krebs aufnehmen konnten. So fanden sie heraus, dass dies von einem bestimmten Protein namens PD-1 abhängig ist, das auf der Oberfläche der Immunzellen sitzt: Zellen mit viel PD-1 können Tumore erfolgreich bekämpfen. Zudem sondern diese Zellen ein Signalmolekül ab, das weitere Immunzellen herbeiruft, die sich dann ebenfalls gegen den Krebs richten. Darum haben Patientinnen und Patienten, deren Abwehrzellen viel PD-1 besitzen, eine viel bessere Chance, dass die Immuntherapie bei ihnen wirkt.

Diese neue Erkenntnis müssen die Basler Wissenschaftler nun in grösseren Studien überprüfen. In Zukunft könnte die Forschung dann auch Patienten helfen, die bisher nicht auf eine Immuntherapie ansprachen. Denn geeignete Immunzellen lassen sich im Labor züchten, um sie anschliessend Patienten zu verabreichen, so die Forschenden. Auf diese Weise könnten bald viel mehr Menschen mit einer Immuntherapie behandelt werden.

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