Worum handelt es sich bei der Deutschschweizer Basisschrift?

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Bei der teilverbundenen Basisschrift handelt es sich um die Schrift, die in den Deutschschweizer Primarschulen gelehrt wird. Früher brachten die Lehrerinnen und Lehrer den Kindern erst die Druckschrift – auch Steinschrift genannt – bei, dann die vollverbundene Schrift, besser bekannt als Schnürlischrift. Danach sollten die Schüler und Schülerinnen eine persönliche, meist nur teilweise verbundene Handschrift entwickeln. Mit der Einführung der Basisschrift fällt dieser Umweg über die Schnürlischrift weg.

Im Jahr 1825 ist eine heute noch weltweit gebräuchliche Blindenschrift fertig entwickelt worden. Wie heisst diese?

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Der Franzose Louis Braille stach sich als Kind mit einem Messer ins Auge und verlor darauf sein Sehvermögen. Mit 13 Jahren begann er, ein Schriftsystem für Blinde zu entwickeln. Die Basis bilden sechs Punkte, angeordnet wie bei einem Würfel. Die verschiedenen Kombinationen von Punkten, die von hinten ins Papier gepresst werden und sich als Erhöhung ertasten lassen, stellen die Buchstaben und Silben des lateinischen Alphabets dar sowie einige Sonderzeichen wie Doppelpunkt oder Fragezeichen. Die nach ihrem Erfinder benannte Brailleschrift ist eine Vereinfachung der «Nachtschrift», welche Soldaten auch nachts ohne Laternenlicht lesen können sollten. Mittlerweile gibt es auch eine Braille-Zeile, eine schmale Leiste unterhalb der Computertastatur, welche die Buchstaben auf dem Bildschirm als fühlbare Blindenschrift darstellen: In den Stab aus Kunststoff sind kleine Stifte eingelassen, die je nach Buchstabe nach oben fahren und ihn in Punktschrift abbilden.

Die Lehre der Handschrift als Ausdruck des Charakters. Wie lautet der Fachbegriff hierfür?

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Die Persönlichkeit bestimmt zu einem grossen Teil unser Verhalten und unsere Entscheidungen. Die Handschrift sei gemäss Schriftpsychologen der Spiegel des Charakters und aus ihr liessen sich gewisse psychologische Aspekte herauslesen. Die Lehre, die sich damit beschäftigt, wird Grafologie genannt. In der Welt der Wissenschaft gilt diese Lehre als höchst umstritten. Wissenschaftliche Belege, die einen Zusammenhang zwischen Handschrift und Persönlichkeit bezeugen, gibt es bis anhin nicht. In der Geschäftswelt dagegen spielt die Grafologie mittlerweile häufig eine Rolle beim Einstellungsprozess. So wird beispielsweise aufgrund von Buchstabengrösse, -form, und -neigung geprüft, ob sich ein Bewerber für einen bestimmten Posten eignet . Die Etymologie ist die Wissenschaft von der Herkunft und Geschichte der Wörter und ihrer Bedeutung. Im herkömmlichen Sinne steht Typografie für die Gestaltung von Druckwerken mit beweglichen Lettern. Heute bezeichnet sie die Gestaltung von Schriftarten für den Druck und die elektronische Textbearbeitung am Bildschirm.

Wie viele Silben pro Minute lassen sich mit Stenografie niederschreiben?

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Radionachrichten werden idealerweise in einer Sprechgeschwindigkeit von rund 300 Silben pro Minute vorgelesen. Im Alltag schlagen wir oft ein flotteres Sprechtempo an, bis zu 500 Silben gehen uns dann pro Minute über die Lippen. Jeder, der schon mal versucht hat, gleichzeitig jemandem zuzuhören und handschriftliche Notizen zu machen, weiss, dass es unmöglich ist, bei diesem Tempo alles aufzuschreiben. Mit der Kurzschrift Stenografie ist man drei- bis viermal schneller als mit der traditionellen Langschrift. Von professionellen Stenografen wird erwartet, dass sie über 360 Silben pro Minute schreiben können, um mit den Rednern mitzuhalten. Die höhere Geschwindigkeit kommt daher, dass die Stenografie die Rechtschreibung vereinfacht und Buchstaben auf eine Minimalform reduziert. Vokale werden nur indirekt notiert, indem die Konsonanten höher oder tiefer als die Zeile dargestellt werden oder mehr Druck angewandt wird.

Wie viele Menschen in der Schweiz können nicht richtig lesen?

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Gemäss der ALL-Studie (Adult Literacy and Life Skills) können rund 800 000 Personen zwischen 16 und 65 Jahren in der Schweiz einen Text nicht richtig lesen und verstehen. Das ist fast jeder zehnte Einwohner. Und das, obwohl sie meist die obligatorische Schulzeit absolviert haben. Sie haben also Lesen und Schreiben gelernt, leiden jedoch an Illettrismus. Illetrismus beschreibt das Phänomen, dass in Gesellschaften mit langjähriger Schulpflicht viele Menschen nicht so gut lesen und schreiben können, wie es allgemein erwartet und gefordert wird. Es sind vorwiegend ältere Personen betroffen, die einige Fähigkeiten verlernt haben. Zudem profitierten die Jüngeren von Verbesserungen in der Volksschule.

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