Blattläuse befallen Salat, Bohnen, Rosen und eine Vielzahl anderer Nutz- und Zierpflanzen. Um ihren Hunger zu stillen, saugen die Schädlinge den Saft aus den Pflanzen heraus. Dadurch vertrocknen die Blätter und Blüten. Deshalb greifen Hobbygärtner und Landwirte oft zu Pestiziden, um die Plagegeister loszuwerden. Doch solche Chemie-Cocktails vernichten nicht nur Blattläuse, sondern gefährden auch Bienen und andere nützliche Insekten.

Eine Alternative zu den schädlichen Pestiziden haben nun Chemiker der Technischen Universität München entwickelt. Ihr Ansatz: Anstatt Blattläuse abzutöten, soll ein übelriechendes Mittel die störenden Viecher von den Gewächsen fernhalten. Zu dieser Idee liessen sich die Forschenden von der Tabakpflanze inspirieren. Denn diese erzeugt in ihren Blättern das stinkende Molekül Cembratrienol, welches Schädlinge vergrault.

Um den Wirkstoff für ihren Bio-Spray zu gewinnen, haben die Chemiker zuerst diejenigen Abschnitte des Erbguts aus der Tabakpflanze isoliert, welche für die Bildung dieses Moleküls verantwortlich sind. Danach bauten sie diese Sequenzen in die DNA von Escherichia-Coli-Bakterien ein, die den flüssigen Wirkstoff fortan in grossen Mengen produzierten. Und tatsächlich zeigten Tests an Weizenkeimlingen: Die Blattläuse machten um die mit Cembratrienol eingesprühten Exemplare einen grossen Bogen. Kaufen kann man den Spray in den Läden noch nicht. Die Forschenden möchten das Wundermittelchen erst noch genauer unter die Lupe nehmen.

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