Welches ist die heisseste Gegend der Welt?

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70,7 Grad – so hoch kletterte 2005 die Temperatur am Boden in der Lut Wüste im Iran, wie Satellitenmessungen zeigten. Bis dahin galt die Stadt Al Aziziyan in Libyen als heissester Ort: Dort erreichte die Lufttemperatur 1922 während eines Sandsturms 57,8 Grad. Aufgezeichnet wurde dieser Wert von einer Wetterstation. Diese Statistiken waren jedoch sehr lückenhaft, da die Stationen weit auseinander lagen und damit viele Ort nicht berücksichtigten. Auch massen sie die Temperatur in anderthalb Metern Höhe – am heissesten ist es aber direkt am Erdboden. Erst durch Satelliten der NASA sind flächendeckende Messungen am Boden möglich. Übrigens: In Queensland wurden bereits Temperaturen von 69,3 Grad, im Death Valley von 56,7 Grad gemessen.

Wer hält die grösste Hitze aus?

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Über 80 und bis zu 100 Grad beträgt die optimale Wachstumstemperatur einiger Prokaryonten. Dabei handelt es sich um Mikroorganismen ohne Zellkern, wie zum Beispiel Bakterien. Diese hyperthermophilen, also extrem hohe Temperaturen bevorzugende Lebewesen fanden Forschende etwa in vulkanischen Quellen am Grund des Pazifiks. Bisheriger Rekordhalter ist ein 2003 entdecktes Archaebakterium: Zwei Stunden bei 130 Grad überlebt es ohne grössere Schäden, bis 121 Grad kann es sogar noch gut wachsen. Zum Vergleich ertragen Pilze Temperaturen von bis zu 60 Grad, einige sukkulente Pflanzen wie Kakteen bis zu 65 Grad. Und wo stehen wir Menschen? Wenn die Körpertemperatur über 40 Grad steigt, wird es für uns lebensgefährlich. Welche Temperatur wir hingegen als angenehm empfinden ist sehr individuell und hängt auch davon ab, wie feucht es ist, ob es gerade windet oder wie stark die Sonne scheint.

Welche Grösse dient als Mass für Schwüle?

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Der Begriff Schwüle ist meteorologisch nicht eindeutig definiert. Wann wir die Luft als schwül empfinden, ist subjektiv. Anhand einer Kombination von Temperatur und Feuchtigkeit kann aber eine sogenannte «Schwüle-Grenze» festgelegt werden. Diese liegt Erfahrungsgemäss bei einem Taupunkt von 16 Grad, darüber empfinden es die meisten Menschen als schwül. Der Taupunkt ist diejenige Temperatur, auf die sich die Luft abkühlen muss, damit sie kondensiert, sich also Tröpfchen bilden. Sind Lufttemperatur und Taupunkt gleich hoch, liegt die Luftfeuchtigkeit bei 100 Prozent, die Luft ist komplett mit Wasserdampf gesättigt. Die Luftfeuchtigkeit bestimmt den Taupunkt also mit. Unangenehm ist schwüle Luft, weil dann unser Kühlungssystem, das Schwitzen, nicht mehr so gut funktioniert. Ist die Luft sehr feucht, kann sie nur noch wenig Wasserdampf aufnehmen. Der Schweiss verdunstet nicht mehr, sondern bleibt auf unserer Haut. In der Folge kühlt der Körper nicht ab und schwitzt immer mehr.

Wie unterscheiden sich ein Sonnenstich und ein Hitzeschlag?

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Ist unser Kopf oder Nacken lange intensiver Sonnenstrahlung ausgesetzt, kann dies einen Sonnenstich auslösen. Dabei staut sich die Wärme im Gehirn und die Hirnhäute werden gereizt, wodurch das Hirngewebe anschwellen kann. Oft bemerkt man einen Sonnenstich erst einige Stunden nach dem Sonnenbad. Zu den Beschwerden zählen starke Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Erbrechen. Gegen einen Sonnenstich hilft, sich auszuruhen, den Kopf zu kühlen und genügend zu trinken. Dahingegen erhöht sich bei einem Hitzschlag die Körpertemperatur auf 40 Grad und mehr. Dies passiert, wenn es dem Körper nicht mehr gelingt, seine Temperatur zu regulieren und sich zu kühlen. Ein Hitzschlag ist lebensbedrohlich, da er zu Organversagen führt. Anzeichen sind unter anderem hohes Fieber, ein hoher Puls, Verwirrtheit bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Wie solltest du bei Hitze duschen?

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Obwohl eine eiskalte Dusche verlockend klingt, ist sie nicht empfehlenswert – sie führt zu einem regelrechten Kälteschock: Die Blutgefässe verengen sich, damit der Köper nicht zu viel Wärme verliert. Zudem signalisiert das kalte Wasser dem Körper, dass er sich aufheizen muss. Diese Gegenreaktion führt dazu, dass wir nach kurzer Zeit wieder schwitzen, oft sogar stärker als zuvor. Daher empfiehlt sich, bei Hitze lauwarm zu duschen. Zusätzlich kühlend wirkt es, wenn man sich nachher nur leicht abtrocknet und das Wasser auf der Haut verdunsten lässt.

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