Das musst du wissen

  • Das Zusammenspiel unserer inneren Uhr und gesunder Ernährung ist sehr komplex.
  • Dennoch sind sich die Wissenschaftler einig: Am Morgen zu essen ist gesünder als spät am Abend.
  • Wer spät am Abend isst, hat ein höheres Risiko, an Herzleiden zu erkranken.
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Über den besten Zeitpunkt für ein ausgiebiges Mahl gibt es unzählige Binsenweisheiten. «Frühstücke wie ein Kaiser», heisst es, «und esse zu Abend wie ein Bettler». Stimmt das?

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Wenn es um die perfekte Essenzeit geht, dreht sich die Forschung häufig auch um die sogenannte «innere Uhr.» Diese innere Uhr ist allerdings ein hochkomplexes Zusammenspiel, das vom Hirn gesteuert wird, über die anderen Organe bis in die einzelnen Zellen reicht und sogar in den Genen verankert ist. Diese komplizierten Abläufe bewirken, dass eine Reihe körperlicher Prozesse in einem 24-Stunden-Rhythmus ablaufen. So auch der Stoffwechsel. Wie und in welchem Ausmass die innere Uhr diesen wirklich beeinflusst, ist aber noch unklar. Spezifische Aspekte haben Forschende allerdings bereits genauer unter die Lupe genommen.

Morgens verarbeiten wir Zucker besser

Der Zusammenhang zwischen innerer Uhr und dem Zuckerstoffwechsel beschäftigt die Forschung bereits seit Jahrzehnten. Beispielsweise verabreichten Forschende in einem Experiment Testpersonen 30 Stunden lang dieselbe Dosis Glukose. Die Resultate zeigten, dass der Blutzuckerspiegel aller Testpersonen am Abend und in der Nacht höher anstieg, obwohl dieselbe Menge Glukose verabreicht wurde. Das bedeutet, dass die Glukose in der Nacht weniger gut verarbeitet wurde. Forschende stellten so fest, dass die Glukosetoleranz unseres Körpers früher am Tag höher ist, wir den Zucker also besser aufnehmen können.

Science-Check ✓

Studie: Nocturnal Decrease in Glucose Tolerance During Constant Glucose InfusionKommentarDies ist ein Kommentar der Autorin / des AutorsDie Studie stammt aus dem Jahr 1989. Allerdings wird sie immer noch häufig von neuen Studien zitiert und weitere Studien kamen zu ähnlichen Ergebnissen. Die Studie wurde mit nur 14 jungen Probandinnen und Probanden durchgeführt. Die kleine Stichprobe macht die Studie allerdings weniger aussagekräftig. Sie gibt deshalb lediglich Hinweise.Mehr Infos zu dieser Studie...

Diese Erkenntnis könnte auch Personen mit Typ 2 Diabetes helfen: Sie sollten eher am Morgen ihre Mahlzeiten zu sich nehmen, da sie dann die Glukose am besten verarbeiten können. Denn Diabetikerinnen und Diabetiker können den Zucker wegen Insulinmangel nicht richtig in die Zellen aufnehmen und deshalb steigt der Blutzucker zu stark.

Lieber kein Bettmümpfeli

Nicht nur funktioniert der Zuckerstoffwechsel am Morgen besser. Wer das Frühstück sausen lässt, muss auch negative Konsequenzen fürchten. Frühstücken ist deshalb, wenn man denn wählen muss, wichtiger als das Abendessen, hier sind sich die Forschenden einig. Zum Beispiel zeigte eine Übersicht verschiedener Studien, dass der Morgenmuffel ohne Frühstück eher zunimmt und einen höheren Body Mass Index oder kurz BMI hat. Der BMI ist ein grober Richtwert, der Körpergrösse und -gewicht miteinander in Beziehung setzt. Ein höherer BMI bedeutet also mehr Gewicht pro bestimmter Grösse.

Wer nicht frühstückt, hat aber nicht nur Konsequenzen bezüglich der Figur zu befürchten: Leute, die am Morgen fasten, haben auch ein höheres Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefässe, wie eine grosse Studie an über 25 000 US-Amerikanern ergab. Über 16 Jahre hinweg wurde das Essverhalten der Männer mit ihrer Krankengeschichte verglichen, besonders mit dem Risiko auf Erkrankungen der Herzkranzgefässe. Die Resultate zeigten, dass Testpersonen, die kein Frühstück assen, eine um 33 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit aufwiesen, an einer Erkrankung der Herzkranzgefässe zu leiden. Warum das so ist, können die Forschenden allerdings noch nicht beantworten. Auch, ob das erhöhte Risiko tatsächlich auf das fehlende Frühstück oder eher mit einem generell ungesunden Lebensstil zurückzuführen ist, kann diese Studie nicht klären.

Wer aber auf der sicheren Seite sein will, verzichtet dennoch lieber auf das Bettmümpfeli und gönnt sich dafür ein grosszügiges Frühstück.

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