Die Zähne enthalten die härteste Substanz im Körper. Wie wird diese genannt?

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Zahnbein ist der Hauptbestandteil eines Zahnes. Im freiliegenden Bereich der Krone bedeckt Zahnschmelz als äusserste Schicht das Zahnbein. Im Bereich der Zahnwurzel umhüllt hingegen das Zement das Zahnbein. Zahnschmelz, auch Enamelum genannt, gilt als härteste Substanz im menschlichen Körper. Es besteht zum grössten Teil aus den Kristallen eines Phosphat-Minerals mit dem Namen Hydroxylapatit. Zahnschmelz ist sehr widerstandsfähig. Jedoch ist er anfällig für Säure und kann nicht nachwachsen, da er nicht aus Zellen besteht. Schäden daran können nur mechanisch geflickt werden, wenn der Zahnarzt, zum Beispiel mit der Metall-Legierung Amalgam, ein Loch füllt. Zähneputzen kann dem Zahnschmelz kaum etwas anhaben. Anders sieht das jedoch beim Zahnbein und beim Wurzelzement aus. Durch die Putzkörper in der Paste und durch den Druck mit der Bürste können sie abgeschliffen werden. Besonders Menschen mit freiliegenden Zahnhälsen sollten deshalb darauf achten, Zahnpasta mit niedrigen RDA-Werten (Relative Dentin Abrasion) zu kaufen.

Was ist Halitosis?

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Genau genommen bezeichnet Halitosis eine unangenehme Ausatemluft, diese ist auch wahrzunehmen, wenn der Mund geschlossen bleibt und man durch die Nase ausatmet. Mundgeruch allein wird auch als Foetor ex ore bezeichnet, hier ist die Ursache meist in der Mundhöhle zu suchen. Bei Halitosis kann der Ursprung des üblen Geruchs auch ausserhalb des Munds liegen, zum Beispiel in den Nasennebenhöhlen oder den Atmungsorganen. Etwa 25 Prozent der Bevölkerung leidet zu bestimmten Tageszeiten unter Mundgeruch und etwa sechs Prozent ständig. In neun von zehn Fällen findet sich die Ursache im Mund, hier stellt die Zunge und ihr bakterieller Belag ein wichtiger Faktor dar. Ausatemluft setzt sich zusammen aus 78 Prozent Stickstoff, 17 Prozent Sauerstoff, vier Prozent Kohlendioxid und einem Prozent sonstige Gase. Dieses eine Prozent kann jedoch stark geruchsaktive flüchtige Verbindungen enthalten, wie Schwefelverbindungen. Sie entstehen, wenn Bakterien Essensreste zersetzen. Ist der Zungenbelag Grund für die Halitosis, so muss ein Zahnarzt diesen entfernen. Anschliessend reicht es, die Zunge zuhause täglich zu reinigen, um den Mundgeruch zu minimieren.

Weshalb schadet Zucker den Zähnen?

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Karies ist die häufigste Erkrankung der Zähne. Sie kann zu kariösen Läsionen führen, besser bekannt als Löcher in den Zähnen. Kariesfördernde Bakterien, wie etwa Streptococcus mutans, spielen bei deren Entstehung eine wichtige Rolle. Die Bakterien bilden einen Film auf der Oberfläche der Zähne, man nennt das auch Zahnbelag oder Plaque. Wenn sie Zucker verstoffwechseln, entsteht im Zahnbelag Milchsäure. Der pH-Wert im Mund ist mehr oder weniger neutral, liegt also etwa bei 7. Wenn er jedoch durch die Bakterien absinkt, also wenn das Milieu sauer wird, lösen die Säuren Mineralien aus dem Zahnschmelz und greifen ihn so an. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Demineralisation. De- und Remineralisation, also der Umkehrprozess, der Minerale wieder in den Zahnschmelz einlagert, laufen im Mund ständig ab und halten sich im Normalfall etwa die Waage. Wenn die Demineralisation überhand gewinnt, schwächt das den Zahnschmelz. Der kritische pH-Wert liegt bei 5,2 bis 5,7. Die Bakterien können kurze Zuckerketten, zum Beispiel Haushaltzucker und Traubenzucker, besser verwerten als lange, wie sie in der Stärke vorkommen. Je länger die Säuren einwirken können, desto eher kann eine Karies entstehen.

Welcher Inhaltsstoff der Zahnpasta baut den Zahnschmelz wieder auf?

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Fluorid ist ein Salz, das in Form verschiedener Minerale in der Natur und auch im menschlichen Körper vorkommt, etwa in den Zähnen selbst oder in den Knochen. Fluorid kann oral aufgenommen werden, zum Beispiel als fluoridiertes Salz oder als Tablette. Heute enthalten die gängigen Zahnpasten Fluorid, weil sie Karies gleich auf mehrere Arten vorbeugen: Fluoride fördern die Remineralisation des Zahnschmelzes, also die Einlagerung von Kalziumphosphaten. Auch Fluoride selbst lagern sich in den Zahnschmelz ein. Ist die Demineralisation durch Säuren entstanden, können sie die Schwachstellen direkt auffüllen und stabilisieren. Sie bilden zudem eine Schutzschicht aus Kalziumfluorid um die Zähne, welche die Säure neutralisiert. Das vermindert die Schäden am Zahnschmelz präventiv. Fluoride dringen ausserdem in die Bakterien ein und stören ihren Stoffwechsel, sodass weniger Milchsäure entsteht. Fluoride haben also viele Vorteile, aber es gibt auch Bedenken, dass sie giftig wirken, insbesondere bei Kindern. Das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bestätigt den Nutzen von Fluorid und rät, dass Kinder keine zusätzlichen Präparate zu sich nehmen sollen, sobald sie mit einer Fluoridzahnpasta die Zähne putzen. Fluoridvergiftungen kommen sehr selten vor. Die Anwendung von Fluorid in Zahnpasten ist ein wichtiger Grund, weshalb Karies bei Zürcher Schülerinnen und Schülern seit 1964 um 90 Prozent zurückgegangen ist. Sorbitol verhindert, dass die Pasta in der Tube austrocknet und Natriumlaurylsulfat erzeugt den Schaum.

Warum dienen zuckerfreie Kaugummis der Mundhygiene?

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Zuckerfreien Kaugummi kauen hilft erwiesenermassen, Karies zu verhindern. Es stimuliert den Speichelfluss, was wiederum einige dentalhygienische Vorteile bringt: Der Speichel spült den Zucker schneller weg, sein hoher pH-Wert neutralisiert die Säuren im Zahnbelag nach der Zuckeraufnahme und er heilt Löcher im Anfangsstadium, da er die Zähne ständig remineralisiert, er ihnen also Kalzium und Phosphat zuführt. Nur Kaugummis, die zu 100 Prozent mit Xylitol gesüsst sind, reduzieren die Plaquebildung. Xylitol ist ein Zuckeralkohol, der natürlicherweise in vielen Früchten, Gemüsesorten und Pilzen vorkommt, genauso wie in der Rinde bestimmter Holzarten wie der Birke. Die Bakterien können diesen Zucker nämlich nicht verstoffwechseln und werden so ausgehungert. Es sterben zwar nicht alle Bakterien ab, aber die Säurekonzentration wird dadurch geringer. Kaugummis, die zusätzlich mit Fluorid versetzt sind, machen den Zahnschmelz auch noch widerstandsfähiger gegen Säureangriffe.

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