In welchem Zimmer gibt es üblicherweise die meisten Keime?

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Ausgerechnet an dem Ort, wo wir unser Essen zubereiten, tummeln sich die meisten Pilze und Bakterien. Mikroorganismen mögen feuchte und warme Umgebungen, besonders gerne besiedeln sie den Küchenschwamm. Bis zu 45 Milliarden Bakterien pro Quadratzentimeter, zusammengesetzt aus 362 verschiedenen Arten, fanden Mikrobiologen in einer Studie in diesem Putzhelfer. Auch im Spülbecken, im Zahnbürstenhalter, im Hundespielzeug oder im Kaffeebehälter war die Anzahl Mikroorganismen gross. Sogar der Kühlschrank bietet ihnen trotz Kälte einen guten Nährboden. Von einer gewissen Gruppe der Bakterien, den Proteobakterien, fanden Forschende im Gemüsefach mehr Vertreter als auf dem Toilettensitz. Deswegen sollte man den Kühlschrank ein- bis zweimal monatlich reinigen und die Temperatur nicht auf über 7 Grad Celsius einstellen. Es hilft auch, offenes Gemüse einzuwickeln oder in separaten Behältern zu lagern.

Wie wird man frische Blutflecken in Kleidern am besten los?

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Velofahren ist wieder angesagt – doch schnell liegt der eine oder andere mit einer Schürfwunde am Boden. Eine alte Haushaltsweisheit besagt, dass man frisches Blut auf Textilien am effizientesten auswäscht, indem man sie mit kaltem Wasser behandelt. Tatsächlich kann Blut, solange es noch flüssig ist, mit kaltem Wasser fast rückstandslos herausgewaschen werden. Je länger das Blut der Luft ausgesetzt ist, desto stärker setzt sich der Fleck im Gewebe fest. Denn: Blut trocknet nicht einfach nur, es beginnt zu gerinnen. Gerinnungsfaktoren, bestimmte Eiweisse, die darin enthalten sind, verändern dabei ihre Struktur, vernetzen sich und bilden Klumpen, die im Stoff festkleben. Dadurch verliert das Blut seine Wasserlöslichkeit. Heisses Wasser verschlimmert die Sache noch, da weitere Eiweisse im Blut unter der Einwirkung von Hitze denaturieren, eine zusätzliche Form der Gerinnung.

Wie gefährlich sind Reinigungsmittel für die Gesundheit?

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Wenn Frauen regelmässig chemische Reinigungsmittel verwenden, besteht die Gefahr, dass diese ihre Atemwege schädigen. Toxischen Substanzen wie Ammoniak oder Bleichmittel lagern sich beim Einatmen auf den Schleimhäuten ab und reizen die Atemwege. Am ausgeprägtesten tritt eine Schädigung der Atemwege und der Lungen auf bei Frauen, welche als Reinigungskraft arbeiten. Sie wiesen gemäss einer norwegischen Studie nach 20 Jahren die schlechteste Lungenfunktion auf und konnten beim Ausatmen deutlich weniger Luft ausstossen, als Frauen, die nur selten putzen. Bei ihnen war der Lungenschaden ähnlich gross wie bei einem Raucher, der über 20 Jahre täglich eine Schachtel Zigaretten raucht. Die Studie untersuchte auch, welche Auswirkung das Putzen auf Männer hat. Bei ihnen gibt es offenbar keinen Zusammenhang zwischen Lungenfunktion und Putzverhalten.

Eine Alternative zu Putzmitteln stellt zum Beispiel Essig dar. Welche Verunreinigungen beseitigt er effektiv?

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Was das Putzen betrifft, so ist die essentielle Substanz im Essig die Säure. Denn sie erhöht die Löslichkeit von Kalk. Die Säure gibt einzelne Bausteine ihrer Atome, sogenannte Protonen, an den Kalk ab. Die Protonen reagieren mit dem Kalk zu Kohlensäure, die sofort zu Wasser und Kohlendioxid zerfällt. Vom Kalk bleibt der Bestandteil Kalziumacetat übrig, der im Wasser gelöst ist und weggespült werden kann. So kannst du mit ein wenig Essig- oder auch Zitronensäure hartnäckige Kalkflecken am Boden einer Pfanne leicht entfernen. Verdünnt mit Wasser eignen sie sich auch für Kalkflecken im Bad, an Fensterscheiben oder zum Entkalken eines Wasserkochers. Aber aufgepasst: Naturstein, Silikonfugen und Gummidichtungen greift die Säure an.

Je gründlicher geputzt, desto besser! Stimmt doch?

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Auf den ersten Blick wirkt das widersprüchlich: An Orten, die besonders sauber gereinigt sind, kommen mehr antibiotikaresistente Bakterien vor. Antibiotika haben auf diese Bakterien keine Wirkung und wir können sie nicht mit den Medikamenten in Schach halten. Biologinnen und Biologen verglichen in einer Studie besonders reine Räume der Luft- und Raumfahrtindustrie mit weniger stark kontrollierten Räumen in öffentlichen und privaten Gebäuden. Die Analysen zeigten, dass in sehr sauberen Räumen zwar weniger verschiedene Mikrobenarten existieren, hingegen verfügen diese über eine grössere Vielfalt von Antibiotikaresistenzen. Eine diverse Mikrobengemeinschaft ist für uns in dieser Hinsicht besser. In normalen Haushalten besteht kaum die Gefahr, durch übermässige Reinigung antibiotikaresistente Bakterien heranzuziehen. Um eine stabile Vielfalt der Mikroorganismen aufrecht zu erhalten, verzichten wir aber lieber auf antimikrobielle Reinigungsmittel.

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