Die Steinzeit beschreibt je nach Weltgegend eine Zeit, die vor 2.5 Millionen Jahren begann und spätestens bis 2200 v. Chr. dauerte. Aber: Was ist damit in der heutigen Forschung überhaupt gemeint?

pixabay/rodro

Die Steinzeit wurde im 19. Jahrhundert von Archäologen und Archäologinnen definiert als diejenige Epoche, in der die Menschen Steinwerkzeug benutzten. Mittlerweile ist man – auch dank neuen Forschungsmethoden und neuen archäologischen Funden – vermehrt dazu übergegangen, die Steinzeit und ihre Gliederung als Zeiträume zu verstehen, in denen Menschen eine bestimmte Lebensform haben. Im Paläolithikum, der Altsteinzeit, lebten die Menschen als umherziehende Wildbeuterinnen und Wildbeuter, die zudem Nahrung sammelten; das Mesolithikum bezeichnet eine Mischform und das Neolithikum ist wiederum die Zeit, in der Menschen sesshaft wurden und sich durch Ackerbau und Viehzucht ernährten. Klima und geologische Begebenheiten spielen vordergründig keine Rolle. Allerdings fällt gerade die Schweizer Steinzeit, die ca. vor 1.5 Millionen Jahren mit dem Ur-Paläolithikum begann und um ca. 2200 v. Chr. mit dem Beginn der Kupferzeit endete, in den Zeitraum des Pleistozäns – einer Zeit, in der das Klima extrem instabil war. Und das beeinflusste wiederum stark das Leben der Menschen damals.

Wir schauen genau hin: Die Familie Feuerstein tut nur so, als wären sie Steinzeitmenschen. Aus welcher Zeit stammen die Flintstones wirklich?

Hanna-Barbera

«The Flintstones», die amerikanische Serie um eine «steinzeitliche Familie», in deren Stadt auch Säbelzahntiger, Mammuts und die bereits vor 66 Millionen Jahren ausgestorbenen Dinosaurier leben, wurde 1960 zum ersten Mal ausgestrahlt. Sie war eine Schöpfung der Zeichentrickproduzenten William Hanna und Joseph Barbera, aus deren Feder auch Klassiker wie Tom und Jerry und die Schlümpfe stammen. Die Probleme der Feuersteins sind hingegen gar nicht steinzeitlich – sie erinnern vielmehr an diejenigen einer amerikanischen Durchschnittsfamilie in den 50ern und 60ern. In den neunziger Jahren fand zudem die Premiere des Spielfilms «Die Familie Feuerstein» statt. Und auch in den 10er-Jahren erfreute sich das Publikum an Geschichten, die in der vagen Vorzeit stattfinden: Eine der ersten erfolgreichen Zeichentrickserien war «Gertie the Dinosaur».

Out of Africa – Jenseits von Afrika – ist nicht nur ein Film, sondern auch eine Theorie aus der prähistorischen Archäologie. Was ist damit gemeint?

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Mit Out of Africa wird in der Forschung die Theorie der grossen Auswanderungsbewegung des homo sapiens bezeichnet, der sich von Afrika aus nach Asien, Europa, Amerika und Australien ausbreitete. Es existieren weitere Theorien über die «Wiege der Menschheit», aber Out of Africa ist die am meisten verbreitete. In den vergangenen Jahren allerdings machten Forschende neue Funde - beispielsweise ein 90 000 Jahre alter Fingerknochen eines Homo Sapiens in Saudi Arabien oder ein möglicherweise 120 000 Jahre altes Homo-Sapiens-Fossil in China. Das könnte damit erklärt werden, dass weniger erfolgreiche Gruppen von homo sapiens den Kontinent schon viel früher verlassen haben, aber nur die Gruppe vor 60 000 Jahren erfolgreich gewesen ist. Wieso die Menschen migrierten, ist nicht ganz klar. Manche Forschenden vertreten die These, dass das Weiterwandern einfach ein unbemerkter Nebeneffekt der Nahrungssuche war.

Welche dieser Figuren ist keine paläolithische Frauenstatuette?

Antworten a) und b) sind Frauenstatuetten. Antwort c) ist keine Frauenstatuette, sondern eine Beilklinge. Sie wurde im nordrhein-westfälischen Ort Lintorf ausgegraben. Forschende haben sie mit anderen Fundstücken verglichen und so auf das 5. Jahrtausend v. Chr. – eine Zeit, die in Mitteleuropa als Jungsteinzeit bezeichnet wird - datiert. Als Werkzeug benutzt wurde sie allerdings nicht: Es wird angenommen, dass die aus wertvollem Ekoglit bestehende Klinge vielmehr eine Kultfunktion hatte, von Generation zu Generation weitergegeben wurde und schliesslich wie ähnliche Gegenstände in Höhlen, in der Nähe von Gewässern oder bei Gräbern niedergelegt wurde.

Kommen wir der Gegenwart noch etwas näher. Stell dir vor, du lebst irgendwo am Seeufer des Zürichsees – aber vor 5500 Jahren. Wie könnte dein Tag ungefähr ausgesehen haben?

wikimedia/Marc Albrecht-Hermanns

Spätestens seit 4300 v. Chr. Ist für verschiedene Schweizer Gebiete nicht nur nachgewiesen, dass die Häuser eng in Reihen angeordnet worden sind, sondern auch, dass Ackerbau und die Zucht von Schafen, Ziegen, Rindern und Schweinen betrieben wurde. Pferde hingegen erschienen etwas später, ihnen wurde lange keine grosse Bedeutung zugemessen. Auch Honig haben die Menschen ziemlich sicher schon gesammelt, aber die Haltung von Bienen in Körben kann erst für das 2. Jt. v. Chr. nachgewiesen werden. Ähnlich ist es mit den Eiern: Diese wurden wild gesammelt. Das Haushuhn allerdings kam erst um 500 Jahre v. Chr. in die Schweiz.

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