Man sieht Ambrosiakäfer. die ihren Pilzgarten pflegen.
Bild: Gernot Kunz Ambrosiakäfer pflegen ihren Pilzgarten im Inneren von Bäumen hingebungsvoll.
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Die Tage werden länger, die Abende wärmer – Zeit für den Biergarten. Doch warum stürzen sich dabei immer wieder kleine Käferchen todesmutig ins Feierabendbier? Diese Frage hat ein internationales Team aus Insektenforschern und Ökologen nun untersucht. Sie haben dafür den alkoholaffinen Ambrosiakäfer unter die Lupe genommen, der auch in der Schweiz weit verbreitet ist. Zwar wussten Wissenschaftler schon lange, dass die Krabbler gern dem Lockruf des Fusels folgen. Aber erst jetzt wurde klar, warum.

Die Insekten spüren den Alkohol auf, weil ein Pilz, den sie gern verspeisen, den Stoff zum Wachsen braucht. Dieser Pilz wächst im Holz alter Bäume. Die Forschenden entdeckten nun bei ihren Versuchen, dass die Pilze nur in Bäumen sprossen, die sie zuvor künstlich mit Alkohol präparierten hatten. Das ist gar nicht so abwegig, denn Ambrosiakäfer besiedeln mit Vorliebe alte, schwache Bäume – und solche Bäume sondern Alkohol ab.

Und weil die Krabbler sich nicht nur auf ihr Glück verlassen, kultivieren sie die Pilze gleich selbst: Sie tragen die Pilzsporen im Magen und verbreiten diese, während sie Gänge ins Holz alter, alkoholhaltiger Bäume knabbern. So legen sie richtiggehende Pilzgärten an.

Am besten gedeiht das Käferfutter bei einem Alkoholgehalt von 2,5 Prozent. Und das ist ungefähr soviel wie Biergartenbesucher in ihrem Panache finden, während sie unter ehrwürdigen Bäumen den Frühling begrüssen.

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