Das musst du wissen

  • Lachgas oder N2O ist ein Treibhausgas, das rund 300-Mal so klimaschädlich ist wie CO2.
  • Lachgas ist neben CO2 und Methan der drittwichtigste Treiber der Klimaerwärmung.
  • Lachgas macht 5 Prozent der Treibhausgasemissionen der Schweiz aus.

Die Schweiz stösst um rund einen Viertel mehr Lachgas aus als gedacht. Grund dafür ist eine bisher unbekannte Lachgasquelle aus der Produktion des Chemie- und Pharmaunternehmens Lonza AG. Die Lachgasemissionen der Lonza entsprechen rund 600 000 Tonnen CO2 (CO2-Äquivalente) pro Jahr. Das macht rund ein Prozent des jährlichen Treibhausgasausstosses der Schweiz aus.

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Der wissenschaftliche Name von Lachgas ist Distickstoffmonoxid (N2O). Es ist neben CO2 und Methan das drittbedeutendste Treibhausgas, denn:es ist rund 300-Mal so klimaschädlich wie CO2. Das heisst, es absorbiert relativ viel Wärmestrahlung und gibt diese an die Atmosphäre ab. Zudem bleibt es mit rund 100 Jahren lange in der Atmosphäre. Lachgas baut zudem auch Ozon ab – es schädigt also die Ozonschicht. Insgesamt macht Lachgas sechs Prozent aller Treibhausgase aus. In der Schweiz sind es etwa fünf Prozent. Der Lachgas-Ausstoss steigt weltweit aber rasant an.

Die 600 000 Tonnen CO2-Äquivalente, die Lonza nun entdeckt hat, fallen also schwer ins Gewicht. Das Unternehmen hat diese im Frühjahr 2018 bei einer Kontrollmessung am Produktionsstandort in Visp festgestellt und anschliessend dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) gemeldet. Das klimaschädliche Lachgas entsteht in Visp bei der Produktion des Vitamins Niacin. Die Produktionsanlage der Lonza ist seit 1971 in Betrieb.

Die Lonza hat sich nun gegenüber dem Bafu verpflichtet, bis spätestens Ende 2021 einen Katalysator einzubauen, der diese Emissionen um mindestens 98 Prozent vermindert. Die Entdeckung hat aber darüber hinaus Auswirkung auf die Emissionsbilanz der Schweiz: International hat sich die Schweiz unter dem Kyoto-Protokoll verpflichtet, ihre Emissionen im Durchschnitt zwischen 2013 bis 2020 um 15,8 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken. Aufgrund internationaler Regeln kann der Ausgangswert für 1990 nicht rückwirkend angepasst werden. Die nun entdeckten 600 000 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr wirken sich zusätzlich negativ auf die Erreichung der Klimaziele der Schweiz aus. Dass die Schweiz die Ziele erreicht, ist ohnehin unwahrscheinlich.

Lachgas gelangt auch natürlich über die Ozeane und die Böden in die Atmosphäre. Der Löwenanteil der menschgemachten Lachgas-Emissionen entsteht weltweit durch stickstoffhaltige Düngemittel in der Landwirtschaft. Das ist auch in der Schweiz so. Der Ausstoss von Lachgas durch die Schweizer Landwirtschaft wurde seit 1990 aber um 15 Prozent gesenkt.
Insgesamt werden die Treibhausgase, die in der Schweiz ausgestossen werden, zu einem Viertel von der Industrie ausgestossen und zu einem Drittel durch den Verkehr. Ein weiteres Drittel entsteht durch Gebäude und rund 20 Prozent durch die Landwirtschaft.

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