Wie satt man sich fühlt, hängt kaum davon ab, wie viel man tatsächlich gegessen hat. Das haben Forschende von Nestlé zusammen mit Psychologen aus England herausgefunden. Sie untersuchten, ob Menschen überhaupt merken, wie schnell und wie viel sie essen. Dazu servierten sie 40 Personen jeweils eine Schüssel Tomatensuppe. Was die Probanden nicht sehen konnten: Bei einigen von ihnen wurden während der Mahlzeit zwei Deziliter Suppe durch einen versteckten Schlauch abgesaugt. Bei anderen wurden hingegen zwei Deziliter hinzugefügt (siehe Grafik).

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«Die Täuschung ist keinem der Probanden aufgefallen», sagt Nicolas Godinot, Leiter des Projekts. Stattdessen hätten die Testpersonen unbewusst ihre Essgeschwindigkeit angepasst. So assen jene, denen die Forscher eine Extraportion Suppe untergejubelt hatten, einfach schneller. Und wem Suppe weggesaugt wurde, der löffelte langsamer. Am Schluss jedoch fühlten sich alle gleich satt, obschon die einen deutlich weniger im Bauch hatten als die anderen.

«Für das Sättigungsgefühl ist also nicht nur der volle Magen entscheidend, sondern vor allem, was wir beim Essen sehen», sagt Godinot. Dieser optische Effekt liesse sich nutzen: Etwa für neuartige Verpackungsformen, die einem schneller das Gefühl geben, satt zu sein – und so verhindern, dass man sich den Bauch zu voll schlägt.

Die Erstversion dieses Beitrags erschien am 12. Februar 2016.
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