Den Text vorlesen lassen:

Als Suppe, in Kuchen oder sogar im Kaffee – im Herbst kommt kaum jemand um den Kürbis herum. Er ist allerdings nicht nur kulinarisch vielseitig einsetzbar, er hat auch diverse positive Auswirkungen auf die Gesundheit.

Der Kürbis zählt zu den ältesten gezüchteten Pflanzen der Welt und kommt auf fast allen Kontinenten vor. Er ist weder Frucht noch Gemüse, sondern eine Mischung aus beidem: Es handelt sich um eine einjährige Pflanze und damit ein Gemüse – theoretisch. Andererseits entsteht der Kürbis aus bestäubten Blüten, was typisch ist für Obst. Er gehört deshalb zur Kategorie der Fruchtgemüse, wie zum Beispiel auch die Tomate.

Archäologische Funde zeigen, dass indigene Völker den Kürbis bereits um 7000 vor Christus in Mexiko anbauten. Schon damals erkannte man die gesundheitsstärkenden Eigenschaften der Pflanze und nutzte sie, um diverse Leiden zu behandeln.

Verschiedene Urvölker nutzen Kürbisse zur Behandlung von Entzündungen im Verdauungssystem. Verantwortlich für solche Entzündungen sind oftmals Bakterien, die mit Antibiotika bekämpft werden. In so einem Fall Kürbis zu essen, könnte helfen. Denn die Schale verschiedener Kürbisarten wirkt antibakteriell, wie Forschende in Laborstudien herausfanden. Aber Achtung: bei der Zubereitung und dem Verzehr der Kürbisschale gibt es einiges zu beachten. Bei vielen Kürbisarten ist die Garzeit der Schale länger als die des Fruchtfleisches. Zudem solltest du die Schale des Kürbisses gründlich reinigen, bevor du sie verarbeitest. Dabei entdeckst du vielleicht kleine Pocken oder Wucherungen auf dem Kürbis. Diese sehen zwar nicht besonders schön aus, sind aber nicht gesundheitsschädigend und schmecken genauso gut wie der Rest.

Werde mit Kürbis gross und scharfsichtig

Auch das Fruchtfleisch der Kürbisse ist voller wichtiger Nährstoffe. Darunter sind Karotinoide, die für die herbstliche gelb-orange Farbe der Kürbisse sorgen. Der Körper wandelt diese Stoffe in Vitamin A um, was besonders förderlich für die Sehkraft und das Wachstum ist. Wer viel Karotinoid zu sich nimmt, könnte auch das Risiko auf Prostatakrebs vermindern: Eine chinesische Studie untersuchte die Ernährung von Männern, die an Prostatakrebs litten und verglichen diese mit der einer gesunden Kontrollgruppe. Die Ergebnisse zeigten, dass Männer, die viel Karotinoid zu sich nahmen, weniger oft an Prostatakrebs erkranken. Das ist eine wichtige Erkenntnis, denn diese Art von Krebs ist bei Männern in Industrieländern am verbreitetsten.

Science-Check ✓

Studie: Do dietary lycopene and other carotenoids protect against prostate cancer?KommentarDies ist ein Kommentar der Autorin / des AutorsMit 407 Probanden untersuchten die Forschenden eine relativ grosse Stichprobe, was der Studie Glaubwürdigkeit verleiht. Allerdings basieren die Erkenntnisse nur auf Interviews mit den Probanden und Untersuchungen ihrer Krebserkrankung. Daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass Probanden, die mehr Karotinoide zu sich nehmen, generell gesünder leben und dass dies der Grund für weniger Prostatakrebs-Erkrankungen ist. Zudem zeigten auch Patienten, die andere Gemüse oder Früchte zu sich nahmen, positive Effekte. Auch ist der Untersuchungszeitraum von einem Jahr relativ kurz. Und: An der Studie nahmen nur Chinesen teil – allgemeingültig sind die Ergebnisse nicht.Mehr Infos zu dieser Studie...

Zudem enthalten Kürbisse viele essenzielle Aminosäuren wie zum Beispiel hohe Mengen an Lysin. Lysintabletten werden zur Vorbeugung von Herpesinfektionen verwendet. Allerdings ist bislang nicht klinisch bestätigt, ob die Aminosäure tatsächlich Fieberbläschen verhindert.
Auch die Samen des Kürbisses sind nicht zu verachten, denn auch diese enthalten Nährstoffe, vor allem Eiweiss. Für einen Snack oder im Müsli schmecken die Kerne am besten geschält und angeröstet.

_____________

📬 Das Neuste und Wichtigste aus der Wissenschaft, jeden Dienstag und Donnerstag per E-Mail:
Abonniere hier unseren Newsletter! ✉️

_____________

Die Kürbis-Saison dauert von August bis Januar. Doch die Vorteile der Pflanze monatelang zu missen, wäre schade. Glücklicherweise gibt es verschiedene Wege, den Kürbis auch über längere Zeit haltbar zu machen. Wir empfehlen: Das Fruchtfleisch einkochen und dann im Einmachglas aufbewahren. So hast du das ganze Jahr etwas vom Kürbis.

higgs hilft dir

Hier bringen wir die kleinen Ärgernisse des Alltags für dich zum verschwinden. Wir starten mit einer Serie zur Chemie des Kochens – denn wer Prozesse versteht, kocht besser und ist weniger frustriert, wenn es nicht klappt. Das ist aber erst der Anfang. Nach und nach werden wir in alle Lebensbereiche vordringen, sei es der Sport, der Feierabend oder die Liebe. Gibt es Alltagsfragen, welche wir dir erklären können? Schreibe uns deine Ideen und Inputs an du@higgs.ch.
Alle Beiträge anzeigen
Diesen Beitrag teilen
Unterstütze uns

regelmässige Spende